Kreis Germersheim Kommentar: Fatale Formulierungen

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Beim Thema „Frauen und Flüchtlinge“ hätte die Präsidentin

des Landfrauenverbands Pfalz mehr Fingerspitzengefühl zeigen müssen.

Ilse Wambsganß, die Präsidentin des Landfrauenverbands Pfalz, hat Fehler gemacht: Auch wenn sie mit ihrer Mitgliederinfo – wie sie glaubhaft behauptet – keine Angst vor Flüchtlingen schüren und nicht zur Wahl rechter Parteien aufrufen wollte, hätte sie zumindest wissen müssen, dass ihr mancher Satz genau so ausgelegt werden kann. Sie hätte sich zuvor der Sensibilität des Themas bewusst sein, anders formulieren, mehr Fingerspitzengefühl zeigen müssen. Wambsganß hat verallgemeinert, Vorfälle der Silvesternacht in Köln auf Alltagssituationen in Dörfern übertragen. Dieser Vergleich hinkt gewaltig. Das kann ihr als Panikmache ausgelegt werden. Die drei Sätze „Wir wollen uns weiterhin in unseren Dörfern sicher fühlen. Wir sind nicht bereit, unser Sicherheitsgefühl aufzugeben. Wir wollen uns kleiden und bewegen, wie es uns gefällt“, unterstreichen das. Die Aussagen implizieren, dass durch die Flüchtlinge nun die Sicherheit auf dem Spiel stehe, diese eine Gefahr darstellten und Frauen in ihren Rechten beschnitten würden. Das ist keinesfalls so. Das sind gefährliche Vorurteile. Wambsganß benutzt oft die Formulierung „Wir“. Und sie schreibt auch: „Uns als Frau macht es Angst, wenn es um überwiegend männliche Flüchtlinge geht.“ Die Präsidentin spricht damit nicht für sich selbst, was legitim wäre, sondern maßt sich an, im Namen aller Frauen zu sprechen. Damit überschreitet sie ihre Kompetenz. Gegenüber der RHEINPFALZ hat sie das von ihr Verfasste relativiert, eingeräumt, „dass vielleicht das ein oder andere Wort nicht richtig gesetzt war“. Diese Einsicht ist gut. Denn: Der Landfrauenverband wirbt mit dem Slogan, „aktiv, modern und offen“ zu sein.

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