Kreis Germersheim Ko-Tropfen für eine Leiche

Die Proben sind in der Endphase: Premiere des Stücks ist am Samstag, 23. März.
Die Proben sind in der Endphase: Premiere des Stücks ist am Samstag, 23. März.

Nur ganz selten dürfte es in einem Bestattungsunternehmen so lebhaft zugehen. Und kaum ein Bestatter wird sich wohl erinnern, dass er von einem Verstorbenen so deftige Witze zu hören bekam. Das hört sich makaber an, bei näherem Hinsehen jedoch durchschaut man die Hintergründe und muss über die oft zweideutigen Aussagen und die unfreiwillige Komik der Akteure herzhaft lachen. Dann jedenfalls, wenn man sich Karten für eine der drei Aufführungen der schwarzen Komödie „Chaos im Bestattungshaus“ besorgt hat.

Die Laienspielschar des Musikvereins Steinweiler hat unter der Regie von Bernhard Rinck ein Stück einstudiert, das viele „echte“ Überraschungen bereithält. Es handelt von einem betuchten Unternehmer, der nach zehnjähriger Ehe einen Plan geschmiedet hat, um sich von seiner „kalten“ aber sehr vermögenden Gattin loszureißen. Unmoralisch wird dieser sein, aber wirkungsvoll, so hofft es jedenfalls der Unternehmer, den Hermann Bernhart darstellt. Damit der Plan gelingt, muss er allerdings nicht nur einen Arzt bestechen, sondern auch das Bestattungsunternehmen, das, wie im Dorf bekannt, in finanziellen Schwierigkeiten steckt und zu allem Elend auch mehrfach Besuch vom Gerichtsvollzieher (Dirk Scheid) bekommt. Der Bestatter (Patrick Steiner), meist pessimistisch und ängstlich, lässt sich auf das „unmoralische Angebot“ ein, und auch seine lebenslustige Ehefrau (Petra Wüst) ist vom Plan begeistert. Die Beerdigung wird inszeniert, die „Leiche“ angeliefert und nachts mit Ko-Tropfen ruhig gestellt. Der vermeintliche Tote wird vom Sohn (Markus Braun) und dessen Freundin (Vivien Steiner) zu einer Geisterparty „entführt“. Nun geht es drunter und drüber, denn auch die Ehefrau des vermeintlich Toten steht vor einem Trümmerhaufen. Keine leichte Rolle für Sonja Bohlender, die neben Vivien Steiner die zweite Neuentdeckung der Laienspielgruppe dieses Jahr ist. Aufgefallen waren beide beim Stationentheater zum 1050-jährigen Dorfjubiläum! Wenn dann noch die aktuelle Geliebte des Toten (Carmen Reiss-Treiling) auftaucht und sich auch noch outet, dann geht es ganz wild zu auf der Bühne. In den Plan eingeweiht war von Anfang an Mitarbeiter Ludwig, der sich sehr leicht verführen lässt und die Gelegenheiten nutzt, wie sie sich ihm bieten. Auch Thomas Schenk begeistert bei dieser Aufführung mit überzeugender Mimik und Gestik, und das nun schon seit 25 Jahren. Er hatte 1994 mit dem Theaterspiel in Steinweiler ebenso angefangen wie Hermann Bernhart. Alle drei sind feste Größen im Team, das Bernhard Rinck betreut und dabei unterstützt wird durch die Souffleure Inge Rinck und Peter Lederer, die Maskenbildnerin Melanie Schramm und die Bühnendekorateure Manfred Bär und Jürgen Reiß. Info Aufführungen am 23., 29. und 30. März jeweils 20 Uhr im Bürgerhaus Steinweiler. Restkarten bei den Proben freitags ab 19.30 Uhr, eventuell an der Abendkasse.

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