Kandel Klinik-Geschäftsführer warnt vor Reformplänen

Einer der kleineren Standorte im Asklepiosverbund: Das Krankenhaus in Germersheim.
Einer der kleineren Standorte im Asklepiosverbund: Das Krankenhaus in Germersheim.

Die geplante Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach „wird die ländliche Gesundheitsversorgung zum Erliegen bringen“, lautet die Einschätzung von Frank Lambert, Geschäftsführer der Asklepios Südpfalzkliniken in Kandel und Germersheim, sowie Asklepios-Regionalgeschäftsführer in Hessen und Rheinland-Pfalz.

Mit „einer schweren Keule aus Leveln und Leistungsgruppen“ werde die Existenzgrundlage kleinerer Kliniken, die insbesondere in Rheinland-Pfalz bislang eine feste Säule der Versorgung seien, durch die Lauterbach-Reform zerschlagen, kritisiert Lambert in einer Pressemitteilung. Auswirkungsanalysen belegten, „dass von den bisherigen Versorgungsstrukturen nicht mehr viel übrig bleiben wird, wenn die Reform so kommt“.

Konkret würden in Rheinland-Pfalz nur sechs Kliniken als Schwerpunktversorger, sogenannte Level II-Kliniken, und vier Maximalversorger, sogenannte Level III-Kliniken, als „wirkliche“ Kliniken zur Versorgung noch übrig bleiben, rechnet Lambert vor. Das Reformvorhaben führte damit zu einer massiven Verschlechterung der Versorgung für die Menschen im Land. „Würde man im Rahmen der Reform die Standorte erhalten wollen, wären immense Investitionen nötig. Unzählige Krankenhäuser werden damit in einem ohnehin unterfinanzierten System an den Rand der Insolvenz getrieben.“

Grund für die drohende Entwicklung: Der aktuelle Entwurf der Reform teilt Krankenhäuser über das gesamte Bundesgebiet hinweg in drei Versorgungsstufen ein. Entscheidend sind dabei nicht regionale Begebenheiten, sondern einzig das im Krankenhaus existierende Leistungsangebot. „Diese Einteilung hat dramatische Folgen für das Versorgungsangebot in Deutschland“, so Lambert. Der Reformkommission zufolge solle ein wesentlicher Teil der Krankenhausleistungen zukünftig nur noch an Standorten mit Level 2 oder 3 betrieben werden. „Da die Mehrheit der bisherigen Standorte allerdings in Level 1 eingestuft würde, müssten diese ihre Stationen aufgeben“ und würden so in wirtschaftliche Schieflage geraten. Das würde auch Einschnitte für die vergleichsweise kleinen Häuser in Kandel und Germersheim bedeuten.

Auch das schon lange währende Problem des Fachkräftemangels wird durch die Reform sogar erschwert, wovon vor allem ländliche Regionen betroffen wären, so Lambert. Zudem müsste das Pflegepersonal geschlossener Kliniken oft einen erheblich weiteren Arbeitsweg in Kauf nehmen, um zur nächsten noch existierenden Klinik zu kommen. „Dadurch würde das Berufsbild unzweifelhaft noch weiter an Attraktivität einbüßen – ein Umstand, der angesichts des gravierenden Fachkräftemangels nicht ignoriert werden darf.“

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