Was Leser ärgert RHEINPFALZ Plus Artikel Klinik: Ehemann muss Kopfkissen für Patientin zuhause holen

Das Bett, das der Patientin zugeteilt war, war nur mit einem Laken bezogen. Kein Kissen, keine Decke.
Das Bett, das der Patientin zugeteilt war, war nur mit einem Laken bezogen. Kein Kissen, keine Decke.

Ein Krankenhaus hat keine Kopfkissen für Patienten. Passiert ist das in der Asklepios-Klinik in Kandel. Der Ehemann der aufgenommenen Frau musste zuhause Bettzeug holen.

Margit Tratschitt kam an einem Montag im Mai mit Schmerzen in der Wade in die Klinik. Sie hatten sich über das Wochenende verstärkt. Die Diagnose: Thrombose und Lungenembolie. Der Arzt habe gesagt, sie müsse rund 10 Tage im Krankenhaus bleiben und dürfe nicht aufstehen, berichtet die 69-Jährige. Denn eine Lungenembolie ende häufig tödlich. „Es wurden Untersuchungen gemacht, alles hat super funktioniert.“

Die Patientin bekam ein Zimmer zugewiesen. Das Bett war allerdings nur mit einem Laken bespannt. Auf Nachfrage, wo das Kissen und die Decke seien, habe das Personal gesagt, dass es aktuell keine gibt. Schließlich sei ihr Mann nach Hause geschickt worden, um dort Bettzeug zu holen. „Ich dachte, der veräppelt mich“, erzählt Margit Tratschitt. Aber es war bitterer Ernst. „Er ist dann nach Hause und hat es geholt.“

Verunsichert nach Hause

Einen Tag später kam die nächste Überraschung: Ein anderer Arzt sagte, sie werde aus der Klinik entlassen. Ausruhen könne sie auch zuhause. „Ich war fassungslos“, sagt die Frau. Und angesichts der Diagnose und der Aussagen am Tag zuvor verunsichert: „Ich bin mit einem ganz unguten Gefühl nach Hause.“ Eine Verständigung sei mit dem zweiten Arzt fast unmöglich gewesen, da er kaum Deutsch gesprochen habe. „Er hat auch nicht gesagt, wie ich mich daheim verhalten soll“, berichtet Margit Tratschitt. Medikamente habe sie für zwei Tage mitbekommen.

Zuhause habe ihr Hausarzt sie weiterbehandelt. „Er hat mich sehr gut betreut“, sagt die Patientin. Gesundheitlich ging es bergauf. „Es ist alles gut ausgegangen. Aber das ist ja kein Zustand.“ Am Tag ihrer Entlassung sei eine Über-90-jährige Frau ins Zimmer gekommen. Auch für sie sei kein Bettzeug dagewesen. „Sie hat sich mit dem Bademantel zugedeckt“, berichtet Margit Tratschitt. Das Stationspersonal lobt die Frau aber ausdrücklich: „Das war sehr bemüht.“

Klinikchef: Unglückliche Kommunikation

Aufgrund von Problemen mit der Reinigungsfirma habe es zeitweise Engpässe gegeben, sagt Klinik-Geschäftsführer Frank Lambert auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Inzwischen sei der Bestand an Kissen und Decken aber aufgestockt worden, um solche Situationen künftig zu vermeiden.

Medizinisch sei alles vorbildlich gelaufen, so Lambert. Die Patientin sei mit einem prinzipiell bedrohlichen Krankheitsbild in der Notaufnahme aufgenommen worden. Doch nachdem alles medizinisch Erforderliche durchgeführt worden sei, hätten die Messergebnisse am Tag ein gutes Bild ergeben. Entsprechend sei eine weitere stationäre Therapie nicht erforderlich gewesen. Die Patientin sei mit Medikamenten und Thrombosestrümpfen entlassen worden. Aber anscheinend sei die Kommunikation zur Entlassung unglücklich gewesen.

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