Kreis Germersheim Kleine Äcker zusammengelegt

Wörth/Hagenbach. Mit der zunehmenden Industrialisierung kam es nach dem 2. Weltkrieg auch im Offenland der Bienwaldregion zu tiefgreifenden Veränderungen.
Eine zunehmende Zahl von Arbeitsplätzen sowie bessere Verdienstmöglichkeiten führten in den 50er Jahren zur vermehrten Aufgabe kleiner landwirtschaftlicher Betriebe und zur Abwanderung der Arbeitskräfte in Industrie-, Handels- und Dienstleistungsgewerbe. Pflanzenzüchtung, künstliche Düngung und chemischer Pflanzenschutz führten zur erheblichen Steigerung der Hektarerträgen, gleichzeitig der Maschineneinsatz zu immer größer werdenden Bewirtschaftungseinheiten. Im Jahr 1939 zum Beispiel tauchte der erste Traktor in der Südpfalz auf. Sein eigentlicher Siegeszug – und damit das Ende der meist eher bescheidenen Großviehhaltung – begann aber erst in den 50er Jahren. Dabei nahm die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe permanent ab. Darstellbar für ganz Rheinland-Pfalz existierten im Jahr 1949 noch 152.478 landwirtschaftliche Betriebe mit einer Flächengröße unter 5 Hektar. Im Jahr 2011 waren es nur noch 5200, so die Zahlen des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz. Der Trend setzt sich immer noch fort. Das noch bis in die 50er Jahre kleinbäuerlich und kleinräumig bewirtschaftete Offenland, wich in Rheinland-Pfalz – wie auch im übrigen Deutschland – zunehmend einer großräumig strukturierten Agrarlandschaft. Dies war auch im Umfeld des Bienwaldes der Fall.