Nachruf RHEINPFALZ Plus Artikel Klaus Böhm verstorben

Klaus Böhm auf einer „Wir sind Kandel“-Demonstration im Herbst 2018.
Klaus Böhm auf einer »Wir sind Kandel«-Demonstration im Herbst 2018.

KANDEL. Mit Klaus Böhm, der an Pfingstsonntag im Alter von 74 Jahren verstarb, verliert die Stadt Kandel einen leidenschaftlichen Kommunalpolitiker und seine Partei, die SPD, ein überaus engagiertes Mitglied.

Böhm kämpfte für soziale Gerechtigkeit und ein demokratisches Miteinander. Seine Heimatstadt Kandel hat er über Jahre hinweg mit gestaltet. Das begann schon relativ früh. Der Sohn des langjährigen Stadtbürgermeisters und früheren Landtagsabgeordneten Oskar Böhm (SPD) half schon als Jugendlicher, Plakate zu kleben und Handzettel zu verteilen. Wahlkämpfe forderten ihn und sein Organisationstalent. Schließlich wählte man ihn zum Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins. Ab 1974 gehörte er 15 Jahre dem Stadtrat an, war auch Fraktionssprecher der SPD. Auch im Rat der Verbandsgemeinde wirkte er in zwei Perioden mit. Als Ratsmitglied vertrat er die Vorstellungen seiner Partei nachhaltig. Seine kommunalpolitische Laufbahn war durch Höhen und Tiefen geprägt. Da ging es ihm wie vielen anderen, die sich für ihre Gemeinde engagieren und einmal für richtig erkannte Ideen und Vorschläge umsetzen wollen. Aber er gab nicht auf, engagierte sich bis zuletzt vorbildlich, ideenreich und voller Tatendrang in der „SPD-AG 60 plus“, deren zweiter Vorsitzender er südpfalzweit war. Immer wieder forderte er die Bürger auf, mitzumachen und nicht aufzugeben.

Beruflich war der gelernte Industriekaufmann zunächst bei einer Kandeler Firma tätig, fand bald Zugang zur Gewerkschaftsbewegung und war für die damalige ÖTV Referatsleiter bei deren Hauptverwaltung in Stuttgart, wechselte später zur Berliner Bundesverwaltung der neuen Gewerkschaft „VERDI“. 1990 folgte er einem Ruf seiner Gewerkschaft in die neuen Bundesländer. In Chemnitz half er drei Jahre lang, gewerkschaftliche Strukturen aufzubauen.

Daneben übernahm Böhm ehrenamtliche Aufgaben, etwa als Richter am Sozialgericht oder als Schöffe. Er unterstützte die Naturfreunde Kandel, die Europaunion und die Awo. Für sein Engagement für die SPD, deren Mitglied er 60 Jahre lang war, wurde er unter anderem mit der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz, der Willy-Brandt-Medaille und der Ehrennadel der rheinland-pfälzischen SPD ausgezeichnet.

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