Minfeld RHEINPFALZ Plus Artikel Kita-Pläne: Auf der Suche nach einem neuen Abenteuerland

Zu klein für den heutigen Bedarf: die Kita „Abenteuerland“.
Zu klein für den heutigen Bedarf: die Kita »Abenteuerland«.

Das neue Kita-Gesetz beschäftigt auch Minfeld. Die Kita „Abenteuerland“ erfüllt nicht mehr die Anforderungen. Warum die Lösungssuche sich so schwierig gestaltet.

Minfeld. Nach den Sommerferien werden 96 Kinder die Kita besuchen, betreut in vier Gruppen, und auch alle Plätze für die Ganztagsbetreuung sind bereits belegt. Kein Wunder also, dass die Ortsgemeinde schon seit 2021 auf der Suche nach einer Lösung für Verbesserungen ist. Anbieten würde sich ein Neubau am bisherigen Standort oder aber an einem anderen Platz im Ort. Den sucht die Gemeinde bisher vergeblich. Im Gespräch ist ein Gelände am Ortsausgang in Richtung Winden, oder aber das Grundstück der katholischen Kirche in der Herrengasse, unmittelbar gegenüber von Grundschule und dem weiteren Dorfzentrum mit Mundo- und Turnhalle, Kuschmi (Kulturscheune Minfeld) und Grundschule. Die wurde ins Gespräch gebracht, weil die Pfarrgemeinde Heilige Vierzehn Nothelfer Kandel, zu der die Gemeinde Minfeld gehört, ihre Immobilienfläche verringern muss.

An der Minfelder Sankt-Laurentius-Kirche und am früheren Pfarrhaus, das derzeit als Pfarrheim dient, hat auch die rumänisch-orthodoxe Kirche Interesse. Diese hält hier bereits seit Jahren ihre Gottesdienste ab, hat Veränderungen im Innenraum der Kirche vorgenommen und einen Raum unter der Sakristei, den früheren Don-Bosco-Raum, in eigener Regie umgestaltet, ebenso den Pfarrgarten. Sie möchte, so ist zu hören, das Gelände auf der rechtlichen Grundlage einer Erbbaupacht übernehmen. Und Pfarrer Ion-Marius Stamate möchte gerne ins Pfarrhaus einziehen. Er wohnt bisher im badischen Gernsbach, rund 60 Kilometer entfernt. Wie der derzeitige Stand der Verhandlungen ist, wollte die RHEINPFALZ vom Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Pfarrer Stanislaus Mach, wissen. Doch dieser befindet sich zurzeit im Urlaub.

Die Frage nach dem Kaufpreis

Ortsbürgermeister Martin Volz (FWG) informierte nun den Gemeinderat über die Verhandlungen, die bisher im vertraulichen Rahmen geführt worden seien. Er möchte seit einiger Zeit bereits von der Kirche wissen, ob sie das Grundstück auch an die Ortsgemeinde verkaufen würde und vor allem: zu welchem Preis. Den müsste man schon wissen, so Volz, da er gegenüber der Kommunalaufsicht einen solchen Kauf begründen muss. Offiziell habe es aber erst ein Gespräch mit der Ortsgemeinde gegeben. Die Verkaufsbereitschaft der Kirche schätze er persönlich als eher gering ein. Angeboten habe diese bisher nur eine Übertragung des Geländes in Erbbaupacht. Dies wiederum sei für die Gemeinde nicht möglich, habe er von Seiten der Aufsichtsbehörde erfahren, führte Volz aus.

Zwischenzeitlich nimmt der Druck auf die Ortsgemeinde zu. Nicht nur im Gemeinderat wurden, vor allem aus den Reihen der oppositionellen SPD, nachdrückliche Verhandlungen gefordert. Volz und Ratsmitglieder seiner Freien Wählergruppe verwahrten sich dabei gegen den Eindruck, es geschehe zu wenig. Schließlich müsse man wissen, von welchem Kaufpreis man spreche, wolle man das große Grundstück in der Herrengasse mit oder ohne die katholische Kirche erwerben. Um die Kirche herum befindet sich eine große Rasenfläche, die eigentlich nur noch unterhalten werden muss. Ein Kauf komme für die Gemeinde, deren Haushalt nicht ausgeglichen ist, derzeit nur in Frage, wenn man dort eine neue Kita errichten möchte.

Vor- und Nachteile der möglichen Standorte

Bei der Ratssitzung waren auch Mitglieder des Elternausschusses der Kita anwesend. Dieser hat sich mehrfach mit der Situation beschäftigt. „Wir wünschen uns vor allem endlich eine Entscheidung“, so Juliane Prax. Beide Standorte haben aus Elternsicht Vor- und Nachteile. Favorit der Eltern sei der Neubau einer viergruppigen Kita am jetzigen Standort, in der Kindergartenstraße und hinter dem Gebäude der Senioren-Tagespflege Niederwiesen. Der Elternausschuss sei stets informiert worden. Dass notwendige und vorgeschriebene Räume fehlen, sei für Erzieherinnen und Erzieher eine große Belastung.

Der derzeitige Standort, ruhig gelegen, sei für jedes Alter von Kita-Kindern geeignet, auch gebe es bereits Planungen für einen Neubau. Nachteilig seien die Parksituation und der fehlende Baumbestand. Der Standort bei der Kirche biete vor allem den Vorteil der Nähe zur Grundschule, die alle Kinder später besuchten. Allerdings könne man sich einen Umbau der Kirche nicht wirklich vorstellen, befürchte höhere Kosten. Und, auch das sei zu bedenken, die Kita „Abenteuerland“ werde von der Gemeinde getragen und nicht von der Kirche. Wegen der Lage könne es da zu Irritationen kommen, so Prax. Auch müsse man die Anwohner verstehen, denen neben dem Mundoplatz mit Halle und Kuschmi und der Grundschule nicht noch mehr Lärm zugemutet werden solle.

x