Kreis Germersheim Kinder protestieren gegen Mikroplastik

Die Kinder rüsten sich für ihren Protest mit Schildern aus, mit denen dazu aufgefordert wird, auf Produkte mit Mikroplastik zu v
Die Kinder rüsten sich für ihren Protest mit Schildern aus, mit denen dazu aufgefordert wird, auf Produkte mit Mikroplastik zu verzichten.

Mit selbstgebastelten Schildern zogen gestern fünf Kinder der Schmetterlingsgruppe der Kita am Wasserturm und ihre beiden Erzieher los, um in Geschäften gegen die Umweltverschmutzung durch Mikroplastik ein Zeichen zu setzen. Doch schon nach zwei Geschäften war der Protest der Vorschulkinder im Alter von fünf und sechs Jahren beendet.

Der Enthusiasmus ist groß. Seit dem Frühjahr haben die Kinder auf diesen Tag hingearbeitet. Damals waren zwei Mitarbeiterinnen des Amts für Abfallwirtschaft in der Kita am Wasserturm gewesen und hatten wie jedes Jahr über Mülltrennung und Umwelt gesprochen. „Da haben wir gesehen, wie sensibel die Kinder gerade gegenüber der Natur sind“, sagt Erzieherin Martina Knappe. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Simon Schmitt startete sie dann das Projekt, mit Gebots- und Verbotsschildern gegen den Kauf von Produkten mit Mikroplastik zu protestieren. Zusätzlich haben die Erzieher Zettel gestaltet. „Mikroplastik ist schlecht für die Umwelt. Kauft keine Flüssigseifen, Duschgel, Shampoos, Sonnencreme (…).“ Unterschrieben ist der Aushang mit „Die Kinder der Schmetterlingsgruppe aus der KITA am Wasserturm in Kandel“. Mit den Geschäftsführern gesprochen wurde vorher nicht. „Wir gehen spontan hin“, sagt Knappe. Elternbeirat und Kita-Leitung seien informiert worden, auch die Eltern der beteiligten Kinder unterstützen die Aktion, sagt Knappe. Ursprünglich hätten die Kinder vor lauter Engagement sogar demonstrieren wollen, erläutert Knappe: „Es schweißt uns auch zusammen, dass wir hier für eine gute Sache arbeiten, sei es uns als Kollegen oder die Kinder. Ich kann allen Erziehern und Schulen nur empfehlen, dieses Thema aufzugreifen.“ Nach einem zehnminütigen Fußweg erreicht die Gruppe dann den SBK-Supermarkt am Kreisel. „Wichtig ist, dass ihr sagt, woher ihr kommt und was ihr wollt“, bereitet Knappe die Kinder noch vor. Doch an der Information schweigen sie dann alle und deshalb trägt die Erzieherin der Frau hinter der Theke das Anliegen vor. „Ich hol mal den Chef“, antwortet diese etwas verunsichert. Auch er ist von dem Anliegen überrascht, sichert aber freundlich zu, zwei Verbotsschilder und Infozettel an der Litfaßsäule im Eingangsbereich aufzuhängen. „Das machen wir gerne, ist ja auch ein wichtiges Thema“, sagt er noch. Die Freude der Kinder ist groß, ihre Laune trübt sich aber im benachbarten Drogeriemarkt sofort wieder ein. Die dortige Geschäftsführerin erklärt unmissverständlich: „Bei uns darf man absolut gar nichts aufhängen.“ Ein Anruf aus der Kita beendet anschließend die Aktion, die bei LIDL weitergehen und noch zu dm, Aldi, Netto und Edeka hätte führen sollen, dann endgültig. Die stellvertretende KITA-Leitung verweist offenbar auf eine Teamsitzung tags zuvor und verfügt den sofortigen Abbruch. Die Enttäuschung der Kinder hält sich allerdings in Grenzen. Einerseits freuen sie sich über den Erfolg bei SBK. anderseits gibt es schon auf dem Heimweg wieder viel Neues zu entdecken.

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