Büchelberg Kinder-Brief sorgt für neues Storchennest

Das Nest wird an den Hubsteiger gebunden.
Das Nest wird an den Hubsteiger gebunden.

Jetzt dürfen sie wieder kommen. Und, versprochen: Ihr Nest wird nicht wieder abgenommen. Denn die Büchelberger haben ein Herz für Störche. Ein großes sogar, wie an der folgenden Geschichte deutlich wird.

Da siedelten sich vor Jahren Störche auf einem Stromverteilermast an, der in der Nähe der Mehrzweckhalle steht. Doch diese untypische Bebauung gefiel den Pfalzwerken, die den Stromverteiler betreiben, ganz und gar nicht. Zwar fühlten sich die Störche hier sehr wohl und störten sich keineswegs an der Anwesenheit vieler Menschen bei Veranstaltungen wie Fußballspielen oder der Kerwe. Aber die Pfalzwerke mussten, aus Sicherheitsgründen, das Nest abnehmen und „verbarrikadierten“ die Mastspitze derart, dass ein erneuter Nestbau an dieser Stelle und ohne Baugenehmigung der zuständigen Behörden nicht mehr möglich war.

Störche suchen altes Nest

Das wiederum gefiel so manchem Büchelberger nicht. Und schon gar nicht dem Storchenpaar, das 2021 schon im Dezember wieder aus seinem Winterquartier nach Büchelberg zurückgekehrt war und, vergeblich, nach seinem Nest bei der Mehrzweckhalle Ausschau hielt. Und es gefiel überhaupt nicht den Kindern, die beobachtet hatten, wie die Störche tagelang auf dem leeren Stromverteiler saßen.

Ein Mädchen, das die vierte Klasse der Grundschule besucht, fasste seinen Mut zusammen und schrieb einen herzerweichenden Brief an die „liebe Stadt Wörth“. Geäußert wurde die Bitte, den Störchen doch ein neues Nest zu bauen, am besten in der Nähe des alten, nahe bei der Mehrzweckhalle. Hier nahm sich Sebastian Bauer-Bahrdt der Sache an, zuständigkeitshalber als Mitarbeiter der Bauverwaltung, aber auch als Naturfreund. Er nahm Kontakt mit der Büchelberger Ortsvorsteherin Stefanie Gerstner auf und erkundigte sich nach der Mitbürgern, die in der Lage seien, ein Nest zu bauen. Ehrenamtlich, versteht sich. Denn mit „freiwilligen Leistungen“ mit Auswirkungen auf den städtischen Haushalt ist das ja so eine Sache.

Kinder unterstützen beim Flechten

Aber Stefanie Gerstner wurde schnell fündig: Metallbauer Pascal Brossart fertigte die Unterkonstruktion aus Stahl an und ließ diese verzinken. Unterdessen machte sich der pensionierte Gärtner Edgar Albrecht daran, das Nest zu präparieren. Hierzu suchte er Weiden und weitere Pflanzenteile, etwa Schlingen der Wild-Clematis, wie er uns sagte. Beim Flechten fand er auch tatkräftige Unterstützung bei Kindern aus der dritten und vierten Klasse der Büchelberger Grundschule und ihrer Klassenlehrerin Laura Fürstaller.

Unterdessen kümmerte sich Sebastian Bauer-Bahrdt von der Stadtverwaltung um einen Mast, ließ die Standfestigkeit überprüfen und den Mast schließlich in einem stabilen Betonfundament errichten. Nun war nur noch die Frage zu klären, wie das große Nest auf den Mast gehoben werden konnte. Und hier kamen nun die Pfalzwerke-Netz ins Spiel. Schließlich hatte das Elektroversorgungsunternehmen das alte Storchennest entsorgt und versprach jetzt Mithilfe.

Mit dem Hubsteiger nach oben

Am Dienstag war es soweit. Edgar Albrecht brachte auf dem Schubkarren das Storchnest, Pascal Brossart lieferte die Stahlunterkonstruktion an. Alles ehrenamtlich und unentgeltlich, wie zu hören war. Die Mädchen und Jungen aus der Grundschule kamen und schon fuhren auch die Pfalzwerke-Mitarbeiter vor. Schnell war der Hubsteiger in die richtige Position gebracht, das Nest angebunden, und schon ging es in die Höhe, unter kräftigem Zurufen der Schülerschar. Pascal Brossart verschraubte das Nest noch am Mast, und schon war alles erledigt.

Jetzt bleibt allen Beteiligten nur die Hoffnung, dass die Störche den Neubau auch annehmen und sich darin entsprechend wohnlich darin einrichten. Vermutlich muss man noch etwas Geduld aufbringen. Derzeit weiß nämlich niemand so genau, wohin sich das deutsch-französische Storchenpaar verzogen hat.

Das Nest wird zum Masten gefahren.
Das Nest wird zum Masten gefahren.
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