Wörth
Kik soll Neubau weichen
Entsteht auf dem Gelände des jetzigen Kik-Textilmarkts in der Marktstraße in Wörth ein achtgeschossiges Gebäude mit 56 Wohneinheiten? Dieses Vorhaben hat Rolf Lauterbach. Ihm gehört die Immobilienfirma AVA Grundbesitz GmbH in Birkenfeld im Südwesten von Rheinland-Pfalz. Ihr Kerngeschäft ist die Vermietung von Immobilien aus eigenem Grundbesitz. Als Eigentümer des Areals will er den auslaufenden Mietvertrag mit dem Textildiscounter nicht mehr verlängern. Der bestehende Komplex soll abgerissen werden.
Gewerbe geplant
Peter Sebastian und Jean-Philippe Maul vom Architekturbüro Werkgemeinschaft Landau stellten in der letzten Sitzung den Mitgliedern des Wörther Ortsbeirats einen ersten Entwurf einer Planungskonzeption vor. Die Gebäudehöhe von 27 Metern würde sich nach ihrer Ansicht gut ins Stadtbild mit den umliegenden Gebäuden ähnlicher Höhe einfügen. Das Erdgeschoss soll gewerblich genutzt werden, in den sieben Stockwerken ausschließlich Wohnraum mit Barrierefreiheit entstehen. Die bestehende Parkfläche soll überbaut werden. Kompensieren sollen diesen Wegfall eine Tiefgarage mit 26 Stellplätzen und weitere 23 Parkmöglichkeiten hinter dem neuen Gebäude. Der Bau soll unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit errichtet werden. Lediglich die Tragekonstruktion besteht aus Stahlbeton. Bei der Gebäudehülle sollen Holzelemente eingesetzt, zur Energiegewinnung Photovoltaikanlagen genutzt und die Fassaden begrünt werden.
Als Zielgruppe nennt Werkgemeinschaft-Planungsleiter Sebastian Familien, Senioren, Singles und Studierende. Er wünscht sich innerhalb des neuen Quartiers eine vielfältige Bevölkerungsstruktur. Er verspricht: „Ziel ist eine soziale Durchmischung als Grundlage für faire und marktgerechte Mietpreise.“
Aus der Mitte des Rats kamen Bedenken: Peter Poreba (SPD) sprach von einem „riesigen Klotz“ und forderte eine Anhörung der Anwohner. Die parteilosen Gisela Stöffler und Hans Joachim Baldauf (CDU) wiesen auf die fehlenden Parkplätze hin. Bei veranschlagten eineinhalb Stellplätzen pro Wohneinheit würden 50 Parkmöglichkeiten wegfallen. Sebastian rechnet mit einer Verringerung dieses Bedarfs wegen verändertem Mobilitätsverhalten durch verstärkte Nutzung von Car-Sharing und öffentlichen Verkehrsmitteln. Mehreren Räten wäre eine versperrte oder eingeschränkte Sicht der umliegenden Anwohner auf den Bürgerpark ein Dorn im Auge.
Kompromiss denkbar
In der Diskussion hielt sich Ortsvorsteher Helmut Wesper zurück. Er drängte auf die Einbindung der Verwaltung für eine planerische Mitgestaltung des Gesamtbereichs. Die RHEINPFALZ fragte nach. Wesper kann sich als Kompromisslösung eine geringere Geschosszahl vorstellen. Grundsätzlich begrüße er die Entstehung von dringend benötigtem Wohnraum: „Voraussetzung sind aber bezahlbare Mieten für alle.“ Große Hoffnung setze er in die Erhöhung der Fördermietstufe bei der sozialen Wohnraumförderung.
Rückwirkend zum Jahresbeginn wurden vom Land Rheinland-Pfalz die Konditionen beim Bau von bezahlbarem Wohnraum angepasst. Wegen hoher Nachfrage und der erheblichen Steigerung von Baupreisen und Mieten wurde die Stadt Wörth hochgestuft. Die geförderte Darlehenssumme beim Neubau von Mietwohnungen für Haushalte mit geringem Einkommen erhöhte sich dadurch von 2.800 auf 3.050 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Die zulässige Monatshöchstmiete liegt dann bei 6,80 Euro pro Quadratmeter. Diese Verbesserung sei durch ihre Initiative zur Überprüfung der Mietpreisentwicklung durch das Finanzministerium erreicht worden, teilte die Landtagsabgeordnete Katrin Rehak-Nitsche (SPD) mit.