Kreis Germersheim „Keiner soll einsam sein“ fällt aus

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Dieses Jahr bittet während der Adventszeit in den Kandeler Geschäfte keine „Happy Wutz“ um Spenden. Denn die Aktion „Keiner soll einsam sein“, der der Spendenerlös stets zugute kam, findet 2016 nicht statt. Verbandsbürgermeister Volker Poß (SPD) erbittet nach 32 Jahren eine „schöpferische Pause“ für die Adventsaktion der Verbandsgemeinde und sucht nach neuen Wegen, den Hilfsbedürftigen in der Verbandsgemeinde etwas Gutes tun zu können.

1984 hatte Günther Tielebörger (SPD), der Vorgänger von Poß im Amt des Verbandsbürgermeisters und heutiger Stadtbürgermeister von Kandel, die Aktion gestartet. Unter dem Motto „Keiner soll einsam sein“ wurden in der Vorweihnachtszeit zunächst ältere Menschen besucht, die keine Angehörigen haben und die – daher der Name – die besinnliche Zeit nicht ganz alleine verbringen sollten. Freunde, Nachbarn oder Verwandte meldeten in den Folgejahren der Verbandsgemeinde immer mehr einsame, ältere oder hilfsbedürftige Menschen. Diese wurden in der Adventszeit besucht und bekamen ein Präsent überreicht. Schließlich wurden durchschnittlich pro Jahr 130 Päckchen gepackt, für die Aktion waren neben Tielebörger und Poß auch zahlreiche Verwaltungsmitarbeiter unterwegs. 2014 und 2015 hatte Poß die Aktion den Asylsuchenden in der Verbandsgemeinde gewidmet. Offensichtlich eine gute Entscheidung: In diesen beiden Jahren hatte „Keiner soll einsam sein“ mit über 5000 und über 8500 Euro jeweils Rekordbeträge eingebracht. Doch es sei auch Kritik geäußert worden, sagte Poß auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Schon in den Vorjahren habe er sich Gedanken über die Zukunft der Aktion gemacht: Es sei immer schwerer geworden, den Kreis der Hilfsbedürftigen einzugrenzen, sagt Poß. Als er die Aktion dann zwei Jahre lang den Asylsuchenden widmete, lautete der Vorwurf, dass sich die Verbandsgemeinde doch auch um die anderen Hilfsbedürftigen kümmern müsse. Deshalb habe er sich entschieden, „eine schöpferische Pause einzulegen und die Aktion in diesem Jahr auszusetzen“, schreibt Poß in einer Pressemitteilung. „Vielleicht sind nach den vielen Jahren andere Wege und neue Ideen gefragt, so dass ich Ihre Anregungen und Hinweise dazu sehr gerne für die Zukunft aufnehme.“ Schließlich gibt es weiter genug Hilfsbedürftige in der Verbandsgemeinde Kandel. Doch bei diesen müsse auch Hilfe gezielt ankommen, sagt Poß. „Da fehlt der richtige Weg.“ Deshalb wolle er sich nun „was sinnvolles anderes überlegen.“ Und die „Happy Wutz“ hat Pause. |tnc

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