Minfeld
Keinen Nachfolger, aber guten Mitarbeiter gefunden
Schon als kleiner Junge zeigte sich Fritz-Martin Schörk an Schlosserarbeiten interessiert. Schließlich bekam er mit, wie sein Vater Fritz als gelernter „Huf- und Wagenschmied“ die landwirtschaftlichen Geräte von nahen Verwandten oder Landwirten aus der Nachbarschaft reparierte. Lief der Trecker nicht an, wurde sein Vater gerufen. Und wenn mal etwas abgerissen war, ja, dann musste der Vater das Metallteil eben wieder anschweißen. Die Landwirtschaft spielte auch in Minfeld, damals, vor 60 Jahren, noch eine wesentlich bedeutendere Rolle als heutzutage.
Viel beim Vater abgeschaut
Und Landmaschinentechniker waren begehrt. Schließlich ging es auch immer darum, möglichst bald wieder aufs Feld oder auf den heimischen Hof zu kommen. Da konnte der Sohn Fritz-Martin immer wieder zuschauen, auch dort, wo gebaut wurde, hielt er sich gerne auf. Vor allem die Vorliebe für alles, was mit Metall zu tun hat, schien ihm in die Wiege gelegt. Und so war es auch kein Wunder, dass er nach der Schule den Beruf des Betriebsschlossers, wie man es damals noch nannte, erlernte. Danach blieb Fritz-Martin Schörk, zumindest für weitere vier Jahre, seinem Ausbildungsbetrieb, der früheren Papierfabrik E. Holtzmann (heute: Stora Enso) in Karlsruhe verbunden.
Doch in dieser Zeit reifte bereits sein Entschluss, sich auf die Meisterprüfung als Maschinenbauer vorzubereiten. An die Meisterschule, die Carl-Benz-Schule in Mannheim, erinnert sich Fritz-Martin Schörk noch heute gerne, und schon am 17. Januar 1983 erreichte den damals erst 22-jährigen jungen Mann die Nachricht, dass er die Prüfung bestanden hat und er sich ab sofort „Meister“ nennen durfte.
Regelmäßige Fortbildungen
Damit verbunden war das Recht, sich selbstständig zu machen, was Fritz-Martin Schörk auch bald darauf tat. In der Minfelder Herrengasse konstruierte „Metallbau Schörk“ fortan Geländer, Überdachungen, Treppen und vieles mehr, was in Häusern so gebraucht wurde. Und der Einzugsbereich für seine Firma wurde immer größer, so dass er bald Mitarbeiter einstellte und in den zurückliegenden vier Jahrzehnten auch 15 Lehrlinge ausbildete. Nicht ohne selbst an seiner Fort- und Weiterbildung zu arbeiten, Kurse zu besuchen und Scheine, beispielsweise fürs Schweißen, zu erwerben.
Der Umgang mit den Materialien machte Fritz-Martin Schörk immer auch Freude. Weniger glücklich zeigt er sich heute, wenn er an die seiner Meinung nach oft fehlende Motivation von Mitarbeitern denkt. Das habe sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Waren die Mitarbeiter früher noch bereit, auch mal Überstunden zu leisten, wenn ein wichtiger Auftrag zu Ende zu bringen war, oder auch samstags in den Betrieb oder an die Baustelle zu kommen, so ließ diese Bereitschaft im Laufe der Jahre doch erheblich nach. Das findet Fritz-Martin Schörk ganz schlecht. Aber es sei wohl ein gesellschaftliches Problem, auf Arbeiten, die mit körperlichen Anstrengungen verbunden sind, etwa herunter zu schauen. Der Stellenwert von Handwerksberufen sei einfach zu gering, weshalb man sich nicht wundern müsse, dass derzeit wieder in fast allen Handwerksberufen Nachwuchskräfte fehlen oder Betriebe keine Nachfolger finden, die Verantwortung übernehmen wollen. Er selbst habe hier seine Erfahrungen machen müssen, räumt Schörk im Gespräch ein. Aber er schätze sich sehr glücklich darüber, dass er seit fünf Jahren mit Christo Kaltos einen Mitarbeiter mit griechischen Wurzeln habe, mit dem die Zusammenarbeit wieder Spaß mache.
Nachfolger gesucht
Der 63-jährige Meister geht nach wie vor jeden Tag nicht nur ins Geschäft in der Herrengasse, sondern auch auf die Baustellen. Hier hat er mit dem Verkauf und Einbau von Sektionaltoren, Roll- und Schwingtoren der Herstellerfirma Normstahl seit 15 Jahren einen weiteren Schwerpunkt für seinen Betrieb entwickelt, berichtet Schörk im Gespräch mit der RHEINPFAlZ. Besser könne es nicht laufen, meint er dazu und freut sich weiterhin auch über Aufträge von Bauherren, die weit außerhalb der Südpfalz wohnen. Hin und wieder kommt er auch ins Elsass, um Aufträge zu erledigen. Solange es gesundheitlich geht und ihm die Arbeit Spaß macht, wolle er seinen Betrieb weiter führen. Ein Nachfolger sei nicht in Sicht, die beiden Töchter sind verheiratet und im Bildungsbereich tätig. Mit der gegenwärtigen Auftragslage ist er jedenfalls sehr zufrieden, sagt er lachend. Dabei blickt Schörk hinaus in den Hof, wo sein gelber Transporter mit dem beladenen Anhänger bereit steht für den Einsatz am nächsten Tag.
Kontakt
E-Mail: info@metallbau-schoerk.de; Internet: www.metallbau-schoerk.de