Kreis Germersheim Keine Zeit für Frauen-Schwimmtag

Attia Ahmed von der Frauenorganisation „Lajna Imaillah“ Karlsruhe hatte bei der Stadtverwaltung Wörth angefragt, ob im Hallenbad Zeiten für reines Frauenschwimmen eingerichtet werden können. Ihre Anfrage wurde bei der Werkausschusssitzung thematisiert.
In umliegenden Städten hätten sich die Bäder laut Ahmed bereits an den steigenden Bedarf angepasst. Auch in Wörth gebe es viele Muslima, die gerne das Hallenbad nutzen würden, wie sie als Neubürgerin erfahren habe. Religiöse und kulturelle Gründe würden einer muslimischen Frau jedoch nicht erlauben, gemeinsam mit Männern ein Schwimmbad zu besuchen. Wie der Vorsitzende des Ausschusses, Klaus Ritter (CDU), erläuterte, gebe es im derzeitigen Belegungsplan des Hallenbades keine Möglichkeit, reine Schwimmzeiten für Frauen einzurichten. Der öffentliche Badebetrieb sei bereits stark eingeschränkt, da viele Schwimm- und Sportkurse von Schulen und Vereinen stattfänden. Des Weiteren würde die Beschränkung der Nutzung auf einen bestimmten Personenkreis den Grundsätzen des Gemeinwohls widersprechen. Zudem könne man nicht sicherstellen, dass an einem solchen Frauenbadetag nur weibliches Personal zur Verfügung stehe. Die Fensterscheiben seien sehr großflächig, so dass das Bad von außen jederzeit einsehbar ist. Eine entsprechende Änderung würde viel Geld kosten. Das Schwimmen mit einem so genannten Burkini, ein zweiteiliger Schwimmanzug mit integriertem Kopftuch sowie langen Ärmeln und Hosenbeinen, sei im Wörther Hallenbad erlaubt. So sollen mehr Teilnahme, Sichtbarkeit und Kontakte zwischen unterschiedlichen Lebensauffassungen ermöglicht werden, die bereits jetzt integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft sind, hieß es in der Tischvorlage. Aus all diesen Gründen wurde die Anfrage abgelehnt, die Ausschussmitglieder stimmten mit einer Enthaltung gegen die Frauenschwimmzeiten. Ein weiteres Thema auf dem Programm des Werkausschusses war die Vergabe der Arbeiten zur Erneuerung der Schaltschrankanlagen im Pumpwerk „Alte Kläranlage“ in Schaidt. Da die Anlage über 30 Jahre alt ist, mehrfach umgebaut wurde und nun kaum mehr Ersatzteile zu bekommen sind, soll es eine neue geben. Mit Investitionen in die alte Anlage könnte deren Betrieb nicht gewährleistet werden. Die Arbeiten wurden beschränkt ausgeschrieben, sieben Angebote wurden ausgewertet. Die Prüfung ergab, dass die Firma Elektrotechnik Pfirrmann aus Hagenbach mit 99.989,82 Euro das günstigste Angebot abgegeben hat. „Gibt es denn Erfahrungen mit dieser Firma?“, wollte ein Ausschussmitglied wissen. Die Firma betreue auch im Umkreis viele solcher Schaltanlagen, erläuterte Ritter. So fiel der Entschluss einstimmig aus, genannte Firma zu beauftragen. Die Arbeiten sollen von Anfang September bis Ende Oktober dieses Jahres ausgeführt werden. (kbro)