Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Keine Sportplätze am Baggersee

Rund 1,2 Millionen Euro hat die Stadt 2015 für das 15,7 Hektar großen Schauffele-Gelände bezahlt.
Rund 1,2 Millionen Euro hat die Stadt 2015 für das 15,7 Hektar großen Schauffele-Gelände bezahlt.

Der Stadtrat hat die Verlegung der Wörther Sportstätten auf das Schauffele-Gelände gestoppt. Zu teuer. Aber was soll aus dem ehemaligen Kieswerkgelände werden?

Was gab es nicht alles schon für Pläne für das rund 15,7 Hektar große Gelände am Schauffele-See: ein Stadion mit einem Kunstrasenplatz, zwei weitere Naturrasenplätze, eine Multifunktionshalle, eine Tennishalle plus Tennisplätze im Freien, eine Art Freizeitpark mit Skate-Anlage und einiges mehr. Doch daraus wird nun nichts. Am Dienstag hat der Stadtrat auf Antrag der CDU/FWG-Mehrheitskoalition die im Vorgängergremium gern als „Leuchtturmprojekt“ bezeichneten Pläne gestoppt. „Über diese Thema ist oft emotional diskutiert worden“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen Weber. Im Koalitionsvertrag hätten CDU und FWG vereinbart, in dieser Angelegenheit für Klarheit zu sorgen. „Wir sind der Meinung, dass die Sportstätten am Dorschberg nicht auf das Schauffele-Gelände verlegt werden können. Die Kosten dafür würden wahrscheinlich rund 50 Millionen Euro betragen. Das können wir uns schlicht nicht leisten“, betonte Weber.

Geplant war in diesem Zusammenhang auch, auf der durch die Verlegung der Sportanlagen frei werdenden Fläche im Zentrum den Dorschbergs Wohnraum zu schaffen. „Für 1000 oder mehr Menschen, wie in der Planung vorgesehen, reicht die Infrastruktur auf dem Dorschberg gar nicht aus. Man muss sich nur das Verkehrschaos morgens rund um die Schulen anschauen“, so Weber weiter.

Gegen die Stimmen von SPD und Grünen haben die neuen Stadträte die einstimmige Grundsatzentscheidung ihrer Vorgänger vom 17. April 2018 aufgehoben. Wobei etliche der jetzigen Ratsmitglieder auch damals schon in dem Gremium saßen. Die Pläne der Sportstättenverlagerung werden damit nicht weiter verfolgt. Gleichzeitig wird auch der Stadtratsbeschluss vom Dezember 2022 aufgehoben, in dem die weiteren Planungsschritte beschlossen worden sind.

Platz für zukunftsträchtige Unternehmen

CDU und FWG wünschen sich auf dem Schauffele-Gelände die Ansiedlung „zukunftsträchtiger Unternehmen, wie Softwareentwickler, Co-Working-Spaces oder Scale-ups“ oder auch den Bau eines Hotels. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob ein solcher Wechsel der Planungsabsichten möglich ist. Zu dem Beschluss gehört auch, den Transformationsprozess zur Dorschbergentwicklung zu modifizieren und von den weiteren Entwicklungen zur Nachfolgenutzung des ehemaligen Schauffele-Geländes zu trennen. „Die laufende Transformation verstehen wir als Weiterentwicklung und Stärkung der Marktstraße, der Keltenstraße und der angrenzenden Einrichtungen“, erläuterte Weber.

Es sei natürlich legitim, eine neue Richtung einzuschlagen, sagte Jürgen Nelson (SPD). Eine Kostenschätzung von 50 Millionen Euro sei ihm neu: „Es gab viele Planungen, aber diese Zahl haben wir noch nicht gehört.“ Nelson wies darauf hin, dass man für eine Nutzungsänderung ein Zielabweichungsverfahren benötige. Es sei fraglich, ob sich die CDU-Pläne umsetzen ließen: „Eine Gewerbefläche ist dort bisher nicht vorgesehen.“

Naherholungsgebiet am See

Weber hatte sich in seinen Ausführungen auch auf einen in der September-Sitzung vorgestellten Sachstandsbericht bezogen. Ein Mitarbeiter der Bauverwaltung hatte damals gesagt, dass aufgrund der Bodenbeschaffenheit auf dem Schauffele-Gelände die geplante Mehrzweckhalle auf mindestens 18 Meter lange Pfähle gestellt werden müsste. „Das würde dann aber auch für ein Bürogebäude oder ein Hotel gelten“, betonte Nelson.

Das Gelände um den See soll dem CDU/FWG-Antrag zufolge als Naherholungsgebiet entwickelt werden. Zudem solle geprüft werden, ob entlang der Hagenbacher Straße eine Wohnbebauung möglich sei. „Wenn wir dort eine Wohnbebauung wollen, dann brauchen wir Kitas, Schulen etc.“, sagte Thomas Krämer (Grüne), auch als Replik auf Weber, der im Zusammenhang mit der Infrastruktur auf dem Dorschberg gesagt hatte, dass man dort auch neue Kitas oder Schulen gebraucht hätte, wenn die Wohnungsbaupläne umgesetzt worden wären. „In der Hagenbacher Straße können vielleicht zehn Häuser gebaut werden“, antwortete Weber. „Na ja, dann kann man auch nicht von Wohnbebauung sprechen“, entgegnete Krämer.

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