Kreis Germersheim Kein Job für Faule
Zwölf Tage Arbeit am Stück, manchmal Früh- und Spätdienst an einem Tag. Dann zwei Tage frei. Für den Berufsalltag in der Sozialstation Wörth ist nicht jeder geeignet. Doch Lisa Steigner liebt ihre Arbeit. „Ich könnte mir nichts besseres vorstellen“, sagt sie. Sie ist im 3. Ausbildungsjahr, also im Oberkurs der Berufsbildenden Schule und berichtete am Rande der Feierstunde zum 10-jährigen Bestehen der Fachschule für Altenpflege von ihren Erfahrungen.
Auch danach will Lisa Steigner in der ambulanten Pflege bleiben, obwohl sie es „schon nochmal krasser“ findet, als beispielsweise die Arbeit in einem Pflegeheim. Dadurch, dass die Pfleger ihre Patienten daheim besuchen, würden sie in den Häusern einiges mehr zu sehen bekommen. „Es ist eine physische und psychische Belastung“, sagt Steigner. Soziale Kompetenzen seien also nötig, um in der Altenpflege bestehen zu können. Aber damit nicht genug. „Faule Menschen gehören nicht in den Beruf“, sagt Auszubildende Jale Kirik. Auch sie war im ersten Lehrjahr in der ambulanten Pflege, wechselte dann zu einem Pflegeheim in Speyer. „Du weißt, wann du morgens aufstehst und wann du abends heimkommst“, nennt sie als großen Vorteil. Die Arbeit sei nicht weniger stressig, doch geregelter. Nach der Ausbildung möchte sie wieder in die ambulante Pflege wechseln - allerdings aus einem anderen Grund. „Du hast deine eigene Verantwortung.“ Ob im ambulanten oder im stationären Dienst: Wochenend-, Spät- und Nachtschichten gehören dazu - auch schon während der Ausbildung. Hinzu kommen Theorieblöcke in der Berufsbildenden Schule. Stressig, aber es gehört dazu. Es ist eben wie überall: Wer gut sein will, muss lernen. „Viele Leute sagen ja: Altenpfleger, Arschputzer. Ist aber nicht so. Man muss viel lernen. Sehr viel“, sagt Kirik. Manche lernen auch noch freiwillig, obwohl sie schon seit Jahren im Beruf aktiv sind, etwa Elke Jörger, die bereits seit 17 Jahren für die Sozialstation in Wörth arbeitet. Als Hauswirtschaftlerin durfte sie ohne Fachpersonal „noch nicht einmal eine Spritze setzen.“ Die Ausbildung in Kooperation mit der Fachschule Altenpflege gibt ihr die Möglichkeit, in Zukunft selbst zu entscheiden, was sie als Altenpflegerin tun darf. Mit der Weiterbildung ist sie glücklich. „Stillstand wäre das Schlimmste“, sagt Jörger. Von Stillstand kann auch bei Beatrice Heneise nicht die Rede sein. Sie war Teil des ersten Kurses der Fachschule Altenpflege, der 2006 an der BBS begann. „Es war ein harter Weg, die Ausbildung zu machen“, erzählt sie. Dass sie bis zum Ende durchgehalten hat, habe sie auch ihrer Lehrerin Ellen Rieber El Boussouni zu verdanken, die sie motivierte, zur Schule zu gehen. Heneise gab nicht auf. Doch sie entschied sich dafür, einen anderen Weg zu gehen. Nachdem sie kurze Zeit als Altenpflegerin gearbeitet hatte, absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. In diesem Beruf arbeitet sie seit vier Jahren. |vku