Kreis Germersheim Kein Biber-Glück beim Bingo
Wörth. Am Donnerstag war ich zu Besuch in der Kinderstadt Astropolis, die beim Wörther Mehrgenerationenhaus aufgebaut ist. Über 200 Kinder arbeiten in der Stadt und alle haben sich riesig gefreut, mich zu sehen. Und ich habe mich auch auf den Besuch gefreut.
Ich habe ganz viele Autogramme gegeben, Fotos mit der Kindern gemacht und habe sogar Rede und Antwort bei einem Interview gestanden. Puh, da war ich schon etwas aufgeregt und Laura (10) hatte ganz schön viele Fragen parat. „Ob ich gerne in Germersheim und Wörth unterwegs bin“, wollte sie wissen. „Ja, natürlich bin ich das“, habe ich geantwortet. Laura kannte mich bereits aus dem vergangenen Jahr, als die Kinderstadt in Germersheim war. Sie hat sich nach meiner ganzen Familie erkundigt und gefragt, was ich am liebsten mache. „Tanzen natürlich“, habe ich gesagt und schon haben die Kinder-Reporterin und ich das Tanzbein geschwungen. Gefilmt hat das Interview, dass dann noch im Astropolis-Fernsehen ausgestrahlte wird, Lauras Freundin Carolin (8). So viele Astropolis-Bewohner sind gekommen und haben mich geknuddelt, mir die Hand geschüttelt und sich über meine Autogramme und Süßigkeiten gefreut – das war schön! Was dagegen nicht so schön ist, sind die Schlagzeilen in der Zeitschrift „Astropfalz“. Da wird von einer korrupten Polizei berichtet, die ungerechte Strafen verhängt. „Die Polizei dein Freund und Helfer – die Bürger von Astropolis bezweifeln das“, steht da geschrieben. In der Stadt herrscht nämlich Rennverbot und wer erwischt wird, muss eine Strafe bezahlen. Das Geld landet angeblich jedoch nicht in der Polizeikasse, sondern in der eigenen der Beamten. Und einige Bewohner wurden zu Strafen verdonnert, obwohl sie gar nicht gerannt sind. Dagegen wird bei persönlichen Freunden der Polizisten gerne mal „ein Auge zugedrückt“, wie die Astropfalz recherchiert hat. Wenn sich nichts ändert, will das Volk demonstrieren. „Das ist nicht in Ordnung. Da müssen wir etwas gegen tun“, sagt auch der Bürgermeister Matteo (9). Gerade erst wurde er in einer spannenden und knappen Abstimmung ins Amt gewählt - wohl auch, dank seinem Versprechen für mehr Lohn. Und jetzt das: Ein Polizeiskandal! Der Bürgermeister verspricht, sich um das Problem zu kümmern, während er fürs Foto mit mir posiert. Ich schaue noch in der Gärtnerei vorbei, wo die Kinder viele schönen Blumen gebastelt haben. Gegenüber beim Juwelier funkelt der selbst gemachte Schmuck. Manchmal arbeiten die Gruppen auch zusammen, verraten mir die Schmuck-Designer und Floristen, mit denen ich natürlich auch noch ein Erinnerungsfoto mache. Plötzlich finde ich mich bei einem Bingo-Spiel wieder. Eine Gruppe von Kindern sitzt zusammen und hat Zahlen aufgeschrieben. Immer wenn eine gezogen wird, kann man diese von seinem Zettel streichen. Ich schlage die Einladung zum Mitspielen natürlich nicht aus und habe ruckzuck auch ein paar Zahlen notiert. Glück bringen mir die jedoch nicht. 14, 46, 39, 2 – meine Zahlen waren einfach nicht dabei und so hat sich nach dem Bingospiel Koray (11) über den Gewinn von 15 Astros – das ist die Währung in der Kinderstadt – gefreut. „Damit kann man Sandwichs kaufen oder Popcorn“, hat mit Koray erklärt. Hm, irgendwie hatte ich danach etwas Hunger und bin direkt ins Zelt abgebogen, wo die Astropolis-Bürger versorgt werden. Zwar war ich fürs Mittagessen noch zu früh, aber eine Gruppe von Kindern hat kleine Leckereien zubereitet. „Zater“ nennt sich das Gebäck aus Syrien, das herzhaft-salzig schmeckt, wie sie mir erklärt haben. Lecker! |bja