Kandel Katastrophenschutz: Höchste Auszeichnung für Landrat Fritz Brechtel
Es sei ihm eine große Freude, in die frohen Gesichter all der Feuerwehrleute zu blicken, auf die man sich im Katastrophenfall immer wieder verlassen könne, sagte Landrat Fritz Brechtel (CDU) im renovierten Versammlungsraum des Feuerwehrgerätehauses an der Landauer Straße in Kandel. Brechtel kam letztmals in seiner 23-jährigen Amtszeit zu einem Ehrungsabend für langjährige Aktive der Feuerwehren im Kreis. Ohne ihn vorher zu informieren, sollte er bei dieser Gelegenheit vor versammelter Mannschaft auch selbst mit der höchsten Auszeichnung bedacht werden, die der Feuerwehrverband auf Landes- und Bundesebene zu vergeben hat.
Mehr hauptamtliche Stellen
Brechtel sprach von einem herausfordernden Jahr für die Wehren. Diese hätten bei zwei Scheunengroßbränden in Neupotz und Hatzenbühl zwei Meisterstücke abgeliefert. Als Paradebeispiel für die gute Zusammenarbeit der Blaulichtfamilie bezeichnete er auch den Einsatz beim Hochwasser in Wörth. Das Wenigste, was verantwortliche Kommunalpolitiker tun könnten, sei eine gute Ausstattung der Wehren mit Geräten und Fahrzeugen. Durch die Schaffung des Lagezentrums in Bellheim seien gute Voraussetzungen für den Einsatz im Ernstfall gegeben. Auch habe man die Voraussetzungen dafür geschaffen, bis zu sieben weitere Stellen hauptamtlich zu besetzen. Auch der Nachfolger von Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) Mike Schönlaub werde ab Februar 2024 hauptamtlich sein. Der künftige BKI Christian Betzel könne bei der Auswahl der neuen Mitarbeiter seine Vorstellungen umsetzen.
Die neuen Sirenen, die spätestens 2025 kreisweit installiert sein werden, könne man nicht überhören. Stolz sei er, so Brechtel, an der Spitze eines Landkreises stehen zu dürfen, der bundesweit ganz vorne mit dabei sei, was das Engagement im Ehrenamt betreffe. Den ehrenamtlichen Einsatz, die Disziplin und die Bereitschaft der Wehrleute könne man gar nicht hoch genug einschätzen. An 29 Feuerwehrleute verlieh er das Goldene Feuerwehrehrenabzeichen. Zusammengenommen haben diese Wehrleute 1115 Jahre Dienst bei der Feuerwehr geleistet.
In seiner Laudatio auf Brechtel betonte Mike Schönlaub, dass der Landrat stets den offenen und konstruktiven Austausch mit den Wehrleitern geführt habe. Modernste Strukturen seien geschaffen, Jugendliche gefördert worden. Mit Herzblut, Sachverstand und pesönlichem Engagement habe Brechtel dazu beigetragen, die Sicherheit in der Region nachhaltig zu verbessern, sagte Schönlaub. Brechtel habe Maßstäbe gesetzt.
„Vorausschauender Denker“
Durchaus gerührt („Ich bin stolz auf euch!“) nahm Brechtel die kleine Sankt-Floriansfigur entgegen. Doch damit nicht genug: Hans-Georg Balthasar, Vorsitzender des Regional-Feuerwehrverbandes Vorderpfalz, zeichnete Brechtel mit der Deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille aus, wobei sich die Gäste erhoben, um stehend zu applaudieren. Dies ist die höchste Ehrung, mit der nicht aktive Förderer der Feuerwehren bundesweit bedacht werden, so Balthasar. Der Feuerwehrverband würdige damit den scheidenden Landrat vor den Vertretern der ganzen Blaulichtfamilie (nicht nur Feuerwehren waren an diesem Abend in Kandel, sondern auch Vertreter von DLRG, THW, Bundeswehr, DRK und MHD) als „vorausschauenden Denker“ und überaus engagierten Katastrophenschützer.
Die Geehrten
Seit 35 Jahren aktiv bei der Feuerwehr sind: Heiko Albert, Udo Brendel, Maik Renz (alle Freckenfeld), Marcus Blädel, Michael Illgen, Peter Rinck (alle Kandel), Dieter Böhm, Patrick Grehl (alle Hördt), Michael Dächert, Ferdinand Hartmann (beide Lustadt), Klaus Jantzer, Martina Jantzer, Stefan Jantzer und Michael Wolf (alle Rülzheim), Marcus Kirchner (Westheim), Mathias Michel (Lingenfeld), Rene Pfirrmann, Frank Rinnert, Timo Völkel (alle Schaidt).
Bereits 45 Jahre aktive Wehrleute sind: Christian Dannenmeier (Leimersheim), Michael Dirion (Rheinzabern), Erhardt Mendel, Bernhard Mohr (beide Rülzheim), Hubert Nuß, Andreas Reininger, Volker Roth (alle Kandel), Karl Vollmer (Hagenbach), Ulrich Volz (Bellheim) und Jürgen Weber (Wörth).