Kreis Germersheim „Karneval fatal“ am Rosenmontag

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Wörth. „Karneval Total – 3 Orte, 1 Party“. Mit diesem Slogan warben die Veranstalter für die große Fete am Rosenmontag, die neben Haßloch und Landau auch in der Wörther Bienwaldhalle einen Höhepunkt der fünften Jahreszeit darstellen sollte. Weil aber der Hauptact des Abends nicht da war, herrschte bei den Gästen statt bester Stimmung eine heftige Verstimmung. Zu ihnen zählt auch Luisa Messemer, die sich verschaukelt fühlt.

Katerstimmung am Aschermittwoch dürfte unter den Narren Jahr für Jahr weit verbreitet sein. Immerhin steckt ihnen ja auch ein sechstägiger Feiermarathon in den Knochen, der in vielen Fällen durch einen überdurchschnittlichen Alkoholgenuss nicht gerade leichter zu verdauen ist. Der Grund für das Stimmungstief in Wörth ist nach dem Ende der diesjährigen Kampagne allerdings ein anderer, denn wieder einmal ging eine große Faschingsfeier mächtig daneben. Der Plan, den sich die Wörther Altrhein-Narren für den Rosenmontag ausgedacht hatten, war vielversprechend. Gemeinsam mit den Jecken der Region wollten sie „einen ganzen Tag nur Fasching“ feiern, wie es auf der Vereinshomepage heißt. Beginnend mit dem traditionellen Umzug durch die Straßen der Stadt, gefolgt von der Kehrausparty am Nachmittag, sollte der Tag mit der „Karneval-Total-Party“ in der Bienwaldhalle seinen Höhepunkt finden. Auf großen bunten Plakaten wurde dafür geworben, im Vordergrund war darauf das Gesicht von Mickie Krause zu erkennen. Der bekannte Party-Sänger sollte dem Publikum als Hauptact einheizen. Das Problem: Auf Krause warteten die Leute in der Bienwaldhalle vergeblich. „Uns hat aber niemand gesagt warum er nicht da ist“, sagt Messemer und wirkt auch ein paar Tage nach der Veranstaltung noch immer erbost. Sie finde es dreist, wenn man auf dem Plakat mit jemandem wirbt, der später nicht auftrete. Komisch fand sie die Veranstaltung schon beim Betreten der Halle. „Als wir reinkamen, war fast nichts los und die Stimmung war auch schlecht“, sagt Messemer. Ihr habe der Musiker auf der Bühne beinahe leidgetan, denn er habe den Ärger über das Fernbleiben Krauses ausbaden müssen. Für den Unmut der Gäste hat sie dennoch Verständnis, denn sie selbst ist ebenso erbost. Unter anderem auch über den Eintrittspreis von 18 Euro. „Da bekannte Sänger angekündigt waren, ist der Preis wahrscheinlich gerechtfertigt. Allerdings nur, wenn sie auch auftreten und nicht, weil man wegen der Kälte in eine warme Halle möchte“. Woran es lag, dass Krause in Wörth nicht auf der Bühne stand, ist bislang unklar. Der Künstler selbst ließ am Dienstag via Facebook jedenfalls verlauten: „In Wörth war ich nicht gebucht“. Die Veranstalter wollten sich auf Nachfrage nicht äußern. Mario Krumm, 2. Vorstand der Altrhein-Narren, verwies lediglich darauf, dass er „dazu Nichts sagen kann und will, weil für das Programm ohnehin die Szeneclubbers Hatzenbühl verantwortlich waren“. Sein Verein habe lediglich die Halle angemietet und für die Verpflegung gesorgt. Wortkarg gab sich auch Sven Scherrer von den erwähnten Hatzenbühler Szeneclubbers. „Wir geben keine Statements ab“, so Scherrer. Es sehe derzeit zwar danach aus, dass die Leute, die sich bei ihnen melden, ihr Geld zurückbekämen beziehungsweise Freikarten für das kommende Jahr erhielten. Sicher sei dies aber noch nicht. „In den kommenden Tagen muss noch einiges geklärt werden“. Eine erneute Veranstaltung in Kooperation mit den Altrhein-Narren schloss er aus. Pikant ist, dass Krumm schon einmal maßgeblich an einer misslungenen Faschingsveranstaltung beteiligt war. Im Jahr 2012 kam es bei einer Party am Schmutzigen Donnerstag in der Bienwaldhalle zu einem Chaos an der Garderobe. Veranstalter war damals die Karnevalsgesellschaft Wörth (KGW), deren Vorstand hieß zur besagten Zeit Mario Krumm. Knapp ein Jahr nach dem Vorfall löste sich die KGW schließlich auf, nachdem kurz zuvor ein zweiter Faschingsverein, die Altrhein-Narren, gegründet wurde. Dort tummeln sich mittlerweile einige ehemalige KGW-Mitglieder, darunter auch Krumm. (cde)

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