Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Kappelmann-Gelände: Bebauung soll 2026 beginnen

 Rund 50 Wohnungen plus Gewerbeflächen sollen auf dem Kappelmann-Gelände in direkter Nachbarschaft zur Rheinhalle entstehen.
Rund 50 Wohnungen plus Gewerbeflächen sollen auf dem Kappelmann-Gelände in direkter Nachbarschaft zur Rheinhalle entstehen.

Im Frühjahr 2023 hat die Wohnbau Wörth die Bebauung des Kappelmann-Geländes in Maximiliansau auf Eis gelegt. Aus Kostengründen. Nun soll doch gebaut werden – mit neuen Plänen.

Hohe Energie- und Rohstoffpreise, gestiegene Zinsen, Engpässe bei Material und Personal sowie schwer zu durchschauende gesetzliche Vorgaben – es gab einige Gründe, die Petra Pfeiffer vor knapp zwei Jahren dazu zwangen, beim Kappelmann-Projekt in Maximiliansau die Reißleine zu ziehen. „Wir wollen das Projekt realisieren, aber unter den derzeitigen Bedingungen ist das nicht möglich“, sagte sie damals im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die Freude war der Geschäftsführerin der Wohnbau Wörth GmbH nun anzumerken, als sie in der jüngsten Sitzung des Stadtrates verkünden konnte, dass im kommenden Jahr nun doch mit dem Bau von rund 50 Wohnungen begonnen werden kann.

Für die Bebauung des zwischen Tullastraße und Rheinhalle gelegenen Areals hatte es 2021 einen Architekturwettbewerb gegeben. Der Siegerentwurf sah damals den Neubau von 60 barrierefreien und altersgerechten Mietwohnungen plus Tiefgarage sowie eines Cafés und Räumen für Kleingewerbe oder Ärzte vor. „Damals lag der Zinssatz bei 0,8 oder 0,9 Prozent, danach ist er explodiert“, erinnerte Pfeiffer an die damalige Situation. Innerhalb weniger Monate seien die Zinsen auf 4 bis 4,5 Prozent gestiegen. Das Projekt war nicht mehr umsetzbar.

Deutliche Kostenreduzierung

Im vergangenen Jahr sei eine Überplanung bei einer Art Mini-Wettbewerb erfolgt. „Es ist uns eine Kostenreduzierung von 20 auf 16 Millionen Euro gelungen“, so Pfeiffer. Beim Siegerentwurf entfällt die Tiefgarage. Die geforderten Parkplätze werden oberirdisch angelegt, ein Spielplatz ist vorgesehen. Geplant sind 50 Wohnungen unterschiedlicher Größe. Gefragt wurde Pfeiffer nach Sozialwohnungen, von denen ja im Ursprungsentwurf 20 vorgesehen waren. Die werde es geben. „Da ziehen aber keine Sozialhilfeempfänger ein, sondern Menschen aus der Mitte der Gesellschaft“, sagte Pfeiffer. Auch die Räume für Arztpraxen oder Kleingewerbe soll es geben. Die Bäckerei Görtz, die erst vor wenigen Tagen ihre Pläne für ein Café auf dem Aldi-Parkplatz in Wörth vorstellte, wofür der Stadtrat nun seine Zustimmung erteilt hat, hat laut Pfeiffer Interesse an der Eröffnung eines Cafés im neuen Wohnquartier. „Planungsstart ist im März, im Frühjahr/Sommer 2026 wollen wir mit dem Bau beginnen, voraussichtlich Ende 2027 oder Anfang 2028 können dann die Wohnungen bezogen werden“, kündigte Pfeiffer an.

Mehrfamilienhaus in Dorschbergstraße geplant

Wenn möglich schon früher soll der Bau eines Mehrfamilienhauses mit 24 Wohnungen in der Dorschbergstraße beginnen. Nachdem der Bau- und Entwicklungsausschuss bereits zugestimmt hatte, gab nun der Stadtrat grünes Licht für das 7-Millionen-Euro-Projekt. Das Gelände liegt gegenüber dem Quartier Keltenstraße, das von der Wohnbau komplett neu gestaltet wurde. „Als letztes Gebäude dort ist auch N7 fertig und das sogar günstiger als geplant“, sagte Pfeiffer. Rund 4,8 Millionen Euro waren veranschlagt, knapp 4,6 Millionen Euro hat es gekostet.

Das geplante Mehrfamilienhaus in der Dorschbergstraße soll barrierefrei werden. Zusammen mit den bereits dort stehenden Gebäuden soll es einen Innenhof mit viel Grün, vor allem Bäumen, geben. Das Haus werde zu 100-Prozent über das ISB-Programm zur Wohnraumförderung finanziert. Der Mietpreis für die 24 Wohnungen werden zwischen 7,45 Euro und 8,45 Euro pro Quadratmeter liegen, kündigte Pfeiffer an. Gefragt wurde sie auch nach der Parkplatzsituation. „Wir haben dort ausreichend Platz zur Verfügung“, so Pfeiffer. Derzeit würden auf dem Gelände immer wieder Autos abgestellt, die dort nichts zu suchen hätten. „Dagegen werden wir in Zukunft vorgehen“, sagte Pfeiffer.

Suche nach idealem Standort für „Café im Park“

Bereits seit vielen Jahren wird in Wörth über das „Café im Park“ diskutiert. Ziel ist es, den Bürgerpark damit aufzuwerten. Die Planungen sind schon lange abgeschlossen. „Wir sind bereit, 1,5 Millionen Euro dafür zu investieren. Wir sind nur noch auf der Suche nach dem optimalen Platz. Aber wir sind dran“, sagte Pfeiffer.

Seit 2013 ist Petra Pfeiffer Geschäftsführerin der Wohnbau Wörth GmbH. Als sie begann, besaß die Wohnbau 827 Wohnungen und 5 Gewerbeflächen. Heute seien es 901 Wohneinheiten und 14 Gewerbeeinheiten, so Pfeiffer. Die Bilanzsumme sei von 20,3 Millionen auf 63,1 Millionen Euro gestiegen. „Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viel Geld für die Modernisierung unserer Wohnungen ausgegeben“, informierte Pfeiffer. Sie sprach von 16,3 Millionen Euro. Gleichzeitig seien über 25 Millionen Euro in Neubauten investiert worden.

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