Kreis Germersheim Kapitale Zander sind die Geschäftsbasis

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Wörth

. Der Nachthimmel ist sternenklar, das milde Licht über dem Wörther Landeshafen kommt vom Container Terminal. Dort herrscht Betrieb, viele Lichter brennen. Industrieromantik. Dafür haben die drei Männer aber kaum Augen. Sie sind von Kopf bis Fuß in wasserdichte Gummianzüge gehüllt. Mit routinierten Bewegungen machen sie ihr Aluminiumboot startklar. Leere graue Kästen werden verstaut, dazu runde Bottiche, Speiskübel, wie es sie im Baumarkt gibt. Und ein paar rote Kunststoffkisten, die man vom Metzger kennt. Heute wird aber etwas enger gestaut. Zwei Leute mehr als sonst gehen an Bord. RHEINPFALZ-Redakteur und -Fotograf begleiten und beobachten die Fischerfamilie Kuhn an diesem Morgen beim Einholen der Netze. „Das Wetter ist perfekt“, sagt Götz Kuhn, der Chef des Familienclans. Es ist zwar saukalt an diesem frühen Januarmorgen im Landeshafen. Aber es regnet nicht und es ist vor allem nicht windig. „Wind ist das Schlimmste“, sagt Kuhn. „Da kann man kaum arbeiten.“ Regen ist nicht so schlimm, Hauptsache das Boot schaukelt nicht. Und nass werden die drei Rheinfischer beim Einholen der Netze sowieso. „Es gibt noch drei hauptberufliche Fischer am deutschen Abschnitt des Rheins.“ Außer Kuhn sind das Franz Schwab in Leimersheim und ein Kollege in Hessen. Kuhn kennt seine Kollegen, er ist Vorsitzender des Berufsfischerverbandes. Während er das erzählt, steuert sein Sohn Lars das Boot zum ersten Netz. Am Vorabend haben die Kuhns im Hafen Netze gestellt, sind jetzt gespannt, ob es an den richtigen Stellen war. Am Bug des Bootes haben sich die drei Männer positioniert. Zwei ziehen die Netze an Bord, der Dritte nimmt die Fische heraus und verteilt sie je nach Art in verschiedene Behälter. Ganz oft wird das Einholen unterbrochen, alle drei müssen Fisch versorgen. Es läuft gut, die Netze sind voll. „So viel haben wir schon lange nicht mehr gefangen“, freut sich Kuhn. Die Netze haben eine Maschenweite von 60 Millimetern. „Das ist groß genug, dass kleine Fische durchkommen“, erklärt der Fischer. Auch für den Profi gelten Mindestmaße wie für Angler. Wenn sich doch mal ein kleinerer im Netz verheddert, wird er vorsichtig befreit und ins Wasser zurückgesetzt. Den größeren – kapitale Burschen sind dabei – ergeht es schlechter. Zander, Barsch, Hecht kommen in den Fischbehälter mit Wasser und Sauerstoffversorgung auf dem Boot. Sie werden lebend gehalten, um sie in den nächsten Tagen fangfrisch an die Gastronomie verkaufen zu können. Auf fangfrisch legen die Kunden großen Wert, schließlich tragen viele Sterne. Die Fische gehen beispielsweise nach Baiersbronn in die Traube Tonbach, nach Deidesheim zum Schwarzen Hahn oder zu Steverding’s Isenhof nach Knittelsheim. Die Weißfische, enorm viele Rotaugen sind dabei, werden sofort getötet. Trotz ihres guten Geschmackes sind sie in der Gastronomie kaum gefragt. Sie gehen sofort als Massenware weg. Vor allem Bürger mit russischem Migrationshintergrund schätzen diesen Fisch.

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