Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Kandels Weg zur Klimaneutralität vorgestellt

Stellten die Kommunale Wärmeplanung vor (von links): Roel Monti, Nicole Siepe, Mike Schönlaub , Jérémie Cypria, und Martin Oswal
Stellten die Kommunale Wärmeplanung vor (von links): Roel Monti, Nicole Siepe, Mike Schönlaub , Jérémie Cypria, und Martin Oswald.

Es hat länger gedauert als ursprünglich geplant, aber endlich hat es geklappt: Kandels Kommunale Wärmeplanung wurde vorgestellt. Was möglich ist – und was nicht.

Die Kommunale Wärmeplanung der Verbandsgemeinde Kandel liegt vor. Erarbeitet wurde sie vor einem Jahr, vorgelegt im Juni 2025. Schon im Dezember sollte sie in einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert und diskutiert werden. Dann wurde der Termin verschoben und mit Jérémie Cypria arbeitete sich ein neuer Klimaschutzmanager ins Thema ein. Nun war es so weit. Bürgermeister Mike Schönlaub (SPD) hieß im Feuerwehrgerätehaus in Kandel Bürger aus allen Orten der Verbandsgemeinde willkommen.

Roel Monti vom Büro ecb (Energie.Concept.Bayern), das die Wärmeplanung erstellt hatte, präsentierte die Ergebnisse. Derzeit wird der Wärmebedarf in der Verbandsgemeinde zu 87 Prozent durch fossile Energieträger gedeckt. Gas und Öl spielen dabei die größte Rolle. Nur 13 Prozent stammen aus erneuerbarer Energie. Auf dem Vormarsch sei vor allem die Wärmepumpe (acht Prozent) vor Direktstrom und den Pelletheizungen (drei Prozent). Insgesamt wurde ein Ausstoß von 56.447 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr berechnet. Ziel sei Klimaneutralität zu erreichen, spätestens im Jahr 2045, besser schon 2040. Das sei möglich.

Aufbau von Wärmenetzen untersucht

Viel Potenzial habe vor allem die Solarthermie, die Abwasserwärme und die Tiefengeothermie. Die Verbandsgemeinde liege im Oberrheingraben und sei von daher schon begünstigt. Bei allem, was untersucht worden sei, komme man aber zum Ergebnis, dass die Wärmeversorgung der Zukunft in der Verbandsgemeinde mit der Stadt und den sechs Ortsgemeinden vor allem dezentral erfolgen werde. Zentrale Versorgungswege seien seltener zu realisieren. Vor allem dürfe man das Motto „Einsparen statt erzeugen“ immer wieder in Erinnerung bringen, sagte Monti.

Die vom Bund geforderte Wärmeplanung, die noch unter Bürgermeister Volker Poß (SPD), der unter den Zuhörern war, in Auftrag gegeben wurde, kostet rund 96.200 Euro. Dazu zahlt der Bund einen Zuschuss von 90 Prozent. Derzeit koordiniert der zweite Verbandsbeigeordnete Martin Oswald (FWG) die Planung, die in den Aufgabenbereich des Klimaschutzmanagers fällt.

Wichtig ist beiden ein Maßnahmenpaket, das auch umgesetzt werden kann. So werden beispielsweise Möglichkeiten zum Aufbau von Wärmenetzen in Kandel und den Ortsgemeinden untersucht. Die Wahrscheinlichkeit, ein solches Netz zu errichten, sei in Kandel, Steinweiler und Winden beispielsweise höher als in anderen Gemeinden. Für Winden könne man sich ein Wärmenetz auf der Basis von Abwasserwärme vorstellen. In Steinweiler eines, das auf Biogas und Flusswärme setzt.

Planung auf jeden Fall fortschreiben

Wer die auf der Homepage der Verbandsgemeinde Kandel (www.vg-kandel.de) veröffentlichte Kommunale Wärmeplanung herunterlädt, kann ab Seite 110 nachlesen, an welche Vorhaben gedacht wird. Die Wärmewendestrategie sieht beispielsweise vor, Sanierungen voranzutreiben, den Einbau von Wärmepumpen zu intensivieren und die Planung der Wärmenetze in künftige Überlegungen einzubeziehen. Das Potenzial für die Tiefengeothermie soll geprüft werden. Wie schon bisher will die Verbandsgemeinde auf ihren Gebäuden Photovoltaikanlagen errichten. Wichtig sei eine gründliche Beratung bei Sanierung und Bauvorhaben. Dabei sollten bauwillige und zu Investitionen bereite Einwohner gut beraten werden, auch was die Beantragung von Fördermitteln angeht.

Tipps und Informationen stellt auch die Verbraucherzentrale zur Verfügung, erklärte Nicole Siepe. Beratungsbedarf gibt es auch in den Ortsgemeinden Winden, Steinweiler und in der Stadt Kandel, wo über Wärmenetzgebiete diskutiert werden kann. Die Kommunale Wärmeplanung solle auf jeden Fall regelmäßig fortgeschrieben werden, sagte Oswald. Je früher man klimaneutral sei, desto besser für die Umwelt.

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