Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kandel: Wegen Demos mehr Straftaten angezeigt

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Schläge mit der beringten Hand, Flaschen- und Böllerwürfe, nicht angemeldete Versammlungen: Die Demonstrationen des rechtsgerichteten Frauenbündnisses und die entsprechenden Gegendemonstrationen haben auch in der Kriminalstatistik für die Verbandsgemeinde Kandel Spuren hinterlassen. Viele Verfahren wurden allerdings eingestellt.

Kandel. Die Anzahl der Straftaten innerhalb der Verbandsgemeinde Kandel ist 2018 um 108 Fälle gestiegen, die Aufklärungsquote liegt bei 56,6 Prozent. Damit gilt Kandel im Vergleich zum restlichen Rheinland-Pfalz immer noch als eine sichere Verbandsgemeinde. Hintergrund für einen Teil des Anstiegs der Fallzahlen sind die Demonstrationen, die 2018 regelmäßig in Kandel stattfanden. Nach dem Mord an einer 15-Jährigen durch ihren Ex-Freund, einen afghanischen Flüchtling, gab es zeitweise an jedem ersten Samstag im Monat Demonstrationen in Kandel, zu denen meist auch Gegendemos angemeldet wurden.

Die Statistik verzeichnet allein 56 Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, darunter fällt auch das Vermummungsverbot. Die Verfahren wurden indes größtenteils eingestellt. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob ein Kapuzenpulli oder eine Sonnenbrille schon eine Vermummung darstellen. In den Jahren zuvor tauchte - abgesehen von einem Fall im Jahr 2014 - diese Kategorie in den Zahlen für die Verbandsgemeinde Kandel überhaupt nicht auf.

Die Anzahl der Beleidigungen haben sich mit über 60 Fällen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt . Bei den 12 Fällen von geleistetem Widerstand wurden 7 rund um die Demos registriert. 2017 hatte es nur einen Fall gegeben. Erstmals aufgetaucht sind Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, davon gab es 2018 drei. Mittlerweile wurde ein Antifa-Demonstrant aus Baden-Württemberg, der auf einer Gegendemo Böller gezündet hatte, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Weniger rohe Gewalt

Gesunken sind die Zahlen im Bereich der sogenannten Rohheitsdelikte. Doch auch hier sind Delikte im Umfeld der Demonstrationen verzeichnet: ein Schlag mit einer Hand, die mit sehr vielen Ringen bestückt war. Außerdem drei Flaschenwürfe auf Polizeibeamte. Außerdem zeigte die Polizei einen Gegendemonstranten an, weil er angeblich eine Vuvuzela so umgebaut hatte, dass sie mit Druckluft betrieben werden konnte. Dieses Verfahren wurde allerdings mittlerweile vom Amtsgericht Germersheim eingestellt.

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