Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kandel: Senioren aus der Isolation gerissen

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Die „Mutter der Musikschule“ kann am Sonntag, 2. Juni, einen runden Geburtstag feiern: Waltraud Köhler wird 80 Jahre alt. Geboren ist sie in Neustadt, 1971 kam sie nach Kandel, wo sie in der Verbandsgemeindeverwaltung tätig. Später war sie Seniorenbeauftragte der Verbandsgemeinde.

Den Namen „Mutter der Musikschule“, den ihr der langjährige stellvertretende Vorsitzende der Schule Horst Pokropp verlieh, hat sich Köhler redlich verdient: Seit Gründung der Musikschule 1982 bis zum Beginn ihrer Rente 2003 war sie als deren Verwaltungsleiterin tätig. Wie sie sich heute noch gern erinnert ging sie mit viel Engagement, Liebe und Freude an die neue Aufgabe heran. Sie half die Organisation der Schule aufzubauen, Lehrer zu verpflichten, geeignete Unterrichtsräume zu finden und später den Apparat der immer größer gewordenen Schule am Leben zu erhalten. Hinzu kommt, dass sie verantwortlich war für die vielen Veranstaltungen der Musikschule, vom Schülervorspiel über die Kindermusicals bis hin zu den großen Konzerten für die sie besonders viel Zeit aufbringen musste. Als „Sternstunden ihrer Tätigkeit“ bezeichnete die Aufführung des Weihnachtsoratoriums des Komponisten Heinrich von Herzenberg, die als Pamina-Veranstaltung mit Chören aus Hagenau und Bühl an den diesen drei Orten aufführte, und die Kinderoper „Karneval der Tiere“.

Seniorenreisen besonders beliebt

Nach ihrer Pensionierung bot ihr der damalige Verbandsbürgermeister Günther Tielebörger die „Ehrenbeamtenstelle“ einer Seniorenbeauftragten an. Sie sei noch immer froh darüber, sagt sie. „Eine ehrenamtliche Aufgabe in der ich mich voll einbringen konnte, denn ein reines Rentnerleben hätte ich mir nicht vorstellen können.“ Als wichtigste Ziele sah sie das Herausholen der älteren Menschen aus ihrer Isolation und ihre Eingliederung in eine Gemeinschaft, in die sie auch ihre Lebenserfahrung, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten einbringen können. Erprobte Mittel zur Eingliederung waren die gemeinsamen Reisen, die Spielenachmittage, die monatlichen Erzählcafés und als Jahreshöhepunkte die Seniorenpartys, die stets von 400 bis 500 älteren Mitbürgern aus allen Orten der Verbandsgemeinde besucht wurden.

Beliebt und stets gefragt waren die Seniorenreisen, die man vor der Zeit von Köhler in der Verbandsgemeinde noch gar nicht kannte. In den 16 Jahren ihrer Tätigkeit hat sie zu 70 Eintages- und 21 Mehrtagesfahren eingeladen. Letztere gingen oft in die neuen Bundesländer, so dass der Spruch umging „mit Frau Köhler lernen wir Deutschlands Osten kennen“. Großen Wert legte Köhler auf eine enge Zusammenarbeit mit der Verwaltung, den sozialen Einrichtungen und dem Seniorenheim und dass sie stets für „ihre Senioren“ Zeit hatte, wenn diese alleine nicht zu Recht kamen war wohl selbstverständlich. Wichtig war für sie stets auch der Kontakt zu den Ehrenamtlichen, die vor Ort Seniorenarbeit machen.

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