Kreis Germersheim Kandel: Feuerwehr-Werkstatt erst Mitte Juni fertig
Die Fertigstellung des Neubaus des Hallen- und Werkstattgebäudes beim Feuerwehrgerätehaus verzögert sich nochmals und wird teurer, der Vertrag mit dem Architekten Peter Bender für die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses wurde „einvernehmlich“ auf Wunsch des Architekten aufgelöst; mit Rüdiger Günther aus Kandel wurde bereits ein neuer Architekt gefunden. Planung und Ausschreibung und Vergabe sollen wie geplant noch in diesem Jahr stattfinden. Dies beschloss der Bauausschuss der Verbandsgemeinde am Donnerstag.
Bender, als Architekt auch mit dem Neubau des Hallen- und Werkstattgebäudes betraut, und Vertreter der Verwaltung diskutierten über den Stand der Arbeiten. Das Positive: Die Fenster sind eingebaut, Lüftung, Heizung und Elektrik sind so gut wie fertig, die Blechnerarbeiten sollten am Aschermittwoch beginnen. Probleme gibt es aber mit den Türen. Diese sollten ab Ende Februar eingebaut werden, sind aber noch gar nicht bestellt, so dass die Verwaltung diesen Bauzeitplan als nicht realistisch sieht. Hier mache die Firma Mehrkosten wegen Verzögerung und Preissteigerung von 3,9 Prozent geltend und kündigte an, dass es ab dem 1. März noch teurer werde. Die Türen würden erst bestellt, wenn die Nachträge bezahlt würden. Architekt Bender sprach von schwieriger Kommunikation.
Dickere Wände, höhere Kosten
Wenn die Firma Leistungen erbringe und wegen Verzögerung und Preiserhöhungen mehr Geld will, müsse man zahlen, meinte der Baufachmann der Verwaltung, Andreas Reininger. Der wies zudem den Vorwurf von sich, dass die Verbandsgemeinde eine schlechte Zahlungsmoral habe: Wenn er eine Rechnung habe, werde das Geld sofort angewiesen. Da auch noch nicht geklärt sei, wie die zwei T30-Türen (Brandschutz) zulassungskonform eingebaut werden können, wurden diese auch noch nicht bestellt (Lieferzeit vier bis sechs Wochen). Der Ausschuss will die Beteiligten zum gemeinsamen Gespräch laden. Eine weitere Kostensteigerung gibt es, weil die Stabilität der Wände erhöht worden sei. Ob dies wirklich notwendig war, ist nicht klar. Hier schoben sich Bender und Reininger gegenseitig die Schuld zu. Auf die Frage, sind dickere Wände nicht besser, habe er natürlich „Ja“ gesagt, so Bender. Er habe aber nicht gesagt, dass sie unbedingt notwendig sind.
Fertigstellung verzögert sich
Doch es gab auch weitere Probleme: Beiden Dachdeckern wurde gekündigt, die Fassade musste gemacht werden. Hier brauche er Zahlen, um zu wissen welche Firma welche Leistungen erbracht habe, so Reininger. Bis zur nächsten Sitzung soll der Architekt zudem die Mehrkosten aufgliedern. Aufgrund der Verzögerungen kann der Termin der Fertigstellung – zuletzt der 17. Mai – nicht gehalten werden und wurde auf den 16. Juni verschoben. Aber selbst da sind die Ausschussmitglieder skeptisch, alles müsste sofort bestellt werden. Der eigentliche Termin war der 31. Dezember 2017. Vorausschauend wurde erst ab 1. April der Wartungs- und Reinigungsvertrag mit der Wehr Wörth geschlossen. „Wir wollen versuchen, diese vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen“, meinte Poß. Das sei schwierig, weil die Räumlichkeiten nicht da sind. Laut Verbandsgemeinde-Wehrleiter Edgar Jung ist das sogar fast unmöglich: „Dazu bräuchte die Feuerwehr eine kompetente Person, die auch am Wochenende und nachts arbeiten kann.“
Neuer Architekt gefunden
Architekt Bender hatte auch den Auftrag für die Sanierung des Feuerwehrgerätehauses. Nach Gesprächen mit der Verwaltung und Ausschussmitgliedern bat er nun um einvernehmliche Auflösung des Vertrages. Dem stimmte der Ausschuss einstimmig zu. Ein Nachfolger ist mit Rüdiger Günther (Kandel) schon gefunden. Der Architekt, ein Sachverständiger für Brandschutz, stellte sich dem Rat vor. Während der Bauphase will Günther täglich beim Objekt sein. Während eines größeren Projektes in Landau hab er sogar sein Büro dorthin gelegt. „Bei hohen Bausummen muss man einfach immer präsent sein“. Ein Problem sei, dass man bei Ausschreibungen immer den billigsten, der nicht immer der wirklich günstigste sei, nehmen müsse. Das sei oft mit viel Mühe verbunden, beispielsweise wenn ein Schlosser aus Hamburg wegen drei Schweißnähten noch mal in die Pfalz müsste. In dieser Einschätzung wurde er von der Verwaltung und Bender unterstützt.