Kreis Germersheim Jetzt doch Ganztagsschule
Obwohl Lehrer und Schulleitung anfangs dagegen gekämpft hatten: Die Dorschberg-Grundschule kann ab dem 1. August 2018 eine Ganztagsschule in Angebotsform werden. Das heißt: Die Kinder können ganztags betreut werden, müssen aber nicht. Damit hat sich der Wörther Stadtrat durchgesetzt. Er votierte Ende Februar einstimmig für die Umwandlung. Das Lehrerkollegium hatte diese abgelehnt (wir berichteten).
Die Ganztagsschule wurde von der Stadt Wörth beantragt. Das Bildungsministerium habe jetzt „eine verbindliche Errichtungsoption für das Schuljahr 2018/19 in Aussicht gestellt“, so die Stadt Wörth. Voraussetzung für die Einlösung der Option sei, dass bei einer Bedarfserhebung im Frühjahr 2017 genügend Eltern ihr Kind verbindlich anmelden. Mindestens 36 Kinder müssen für das Ganztagsangebot angemeldet sein, damit an einer Schule die entsprechenden organisatorischen und sachlichen Grundlagen geschaffen werden. Diese Zahl wurde bei einer ersten Elternbefragung deutliche überschritten: 48 Eltern bekundeten ihr Interesse, ihre Kinder machen rund ein Viertel der Schüler aus. Dieses Votum der Eltern wurde damals von den Gremien der Schule ignoriert. Die Lehrer machten organisatorische und pädagogische Bedenken geltend; im Grunde wollten sie vor allem das vorhandene, ihrer Meinung nach flexiblere Betreuungsangebot fortführen. Der Elternbeirat hatte das Ganztagsangebot ebenfalls abgelehnt – allerdings in Unkenntnis des Ergebnisses der Elternbefragung. „Von sechs Elternbeiräten würden sich mittlerweile fünf enthalten“, so gestern Elternbeiratsvorsitzende Monika Zimmermann. Auch die Schule hat ihren Widerstand offenbar aufgegeben. Sie werde sich dem Antrag der Stadt anschließen, so gestern die Stadtverwaltung. Rektorin Boß verwies für eine Stellungnahme auf die Schulbehörde; der zuständige Schulrat war gestern nicht zu erreichen. Die Rahmenbedingungen des Ganztagsangebots sollen bei einem „Runden Tisch“ im September geklärt werden. Dabei werde es seitens der Schule insbesondere um das schulische Angebot und das pädagogische Konzept im Rahmen der Ganztagsschule gehen. Die Stadt sei als Schulträger gefordert und müsse den erforderlichen Sachbedarf zur Verfügung stellen, so die Stadtverwaltung. Hierzu sind erste Maßnahmen angelaufen. Die Sanierung der Schülertoiletten war ohnehin im Haushaltsplan für das Jahr 2016 vorgesehen und steht bevor. Außerdem habe sich der Stadtrat mit Blick auf eine künftige Ganztagsschule an der Grundschule Dorschberg in Übereinstimmung mit dem Kreistag auf Maßnahmen festgelegt, die ebenfalls der Grundschule zugutekommen, teilt die Stadtverwaltung mit. Der Landkreis ist Schulträger der naheliegenden Integrierten Gesamtschule (IGS). Neben dem Bau einer großzügigen Mensa, die auch als Veranstaltungsraum genutzt werden kann, gehöre hierzu auch die Errichtung eines Oberstufengebäudes für die IGS. Dorthin sollen Räume der IGS umziehen, die sich derzeit noch in der Grundschule befinden. |lap