Kreis Germersheim „Informatik ist gar nicht so schwer“

Placeholder-Image

Wörth. Jonathan Schenkenberger ist erst 16 Jahre alt, hat aber schon jetzt sein Berufsziel ganz klar vor Augen. Für den Schüler aus Jockgrim, der die 11. Klasse des Europa-Gymnasiums in Wörth besucht und einen Notendurchschnitt von derzeit 1,3 hat, möchte Informatiker werden. Seine schulischen Leistungen in den Fächern Mathematik, Physik und insbesondere in Informatik sind hervorragend.

In diesem Jahr hat er zum ersten Mal beim Bundeswettbewerb Informatik teilgenommen und kam zunächst unter die 35 Besten aus Rheinland-Pfalz. Die Testaufgaben für die zweite Runde hat er soeben beendet und zur Prüfung eingeschickt. Sollte er auch diese Aufgaben mit Erfolg bestehen, wird er zum Finale nach Berlin reisen, um sich weiteren Programmieraufgaben zu stellen. „Beim Bundeswettbewerb musste ich zum Beispiel für ein simuliertes Computerprogramm eine Software entwickeln, bei der es darum ging, mehrere Brandherde selbstständig zu löschen und das sehr schnell“, erzählt Schenkenberger. Bereits seit der ersten Klasse kann er sehr gut rechnen und liebt Zahlen und Denkaufgaben in allen Variationen. „Die Softwareentwicklung macht mir großen Spaß und ich liebe es zu programmieren. Man kann alles machen, was man will“, sagt der 16-Jährige. „Wenn ich am Ende das Ergebnis sehe, bin ich stolz. Man hat was geleistet und es funktioniert.“ Informatik sei nur Logik und eigentlich gar nicht so schwer, sagt er. „Es gibt einfach nur Schleifen, Variablen und Abfragen, mehr nicht.“ Er habe sich umfassende Fachkenntnisse angeeignet, freue sich aber schon jetzt auf sein Studium, um sein Wissen vertiefen zu können. „Ich lerne nichts auswendig, will keine Fakten pauken, um sie dann wieder zu vergessen. Ich will das große Ganze, die Zusammenhänge verstehen.“ Sehr wichtig ist es ihm auch, dass die von ihm geschriebenen Programme auch einen Nutzen haben. In seinem Praktikum bei INIT, einem Unternehmen für Softwarelösungen für Bus und Bahn, habe er einen Algorithmus programmiert, der jetzt sogar in den Fahrzeugen eingesetzt wird. Ein Sensor zeige nun früh an, wann die Reifen ausgetauscht werden müssen. Bei soviel Denkarbeit braucht der Schüler auch ab und zu mal eine Pause, wie er sagt. „Wenn man nicht mehr weiter kommt, dann hilft nur noch abschalten und eine Stunde Joggen gehen, um den Kopf frei zu bekommen.“ Der 16-Jährige sitzt auch nicht nur am Computer, sondern ist im Schwimmclub Wörth aktiv, übt die Kampfsportart Ninjutsu in Rheinzabern aus, geht ins Fitnessstudio und trifft sich häufig mit Freunden. Er ist sprachbegabt und schaut gerne englische Serien und Filme. Seine zweite Fremdsprache ist französisch. „Ich finde Sprachkenntnisse sehr wichtig“, sagt er. „Daher nehme ich auch am bilingualen Unterricht am Europa-Gymnasium teil.“ Sein größter Traum hat aber dann doch mit der Informatik zu tun. „Ich möchte einmal so ein gutes Computerspiel erfinden wie das erfolgreiche „Minecraft“, sagt der Schüler. Der Programmierer des Spiels sei heute Millionär. (smoh)

x