Kreis Germersheim
Infektionsquellen für Corona-Mutationen unklar
Es handele sich „um sechs Verdachtsfälle mit der britischen Variante und einen Verdachtsfall mit der südafrikanischen oder brasilianischen Variante“, teilt eine Pressesprecherin des Kreises mit. Der letztgenannte Fall müsse noch näher analysiert und bestimmt werden. Bereits am Samstag hatte das Landesgesundheitsamt über die Infektionen informiert.
Die Fälle wurden bekannt, weil das Labor, mit dem das Kreis-Gesundheitsamt zusammenarbeitet, alle positiven PCR-Tests auf die neuen Virusmutationen untersuche. Ist dieses Screening positiv und liegt viel Virusmaterial vor – wie in den sieben Fällen – finde eine Sequenzierung, also eine weitere Bestimmung statt. „Es ist die endgültige Bestätigung, ob es sich um eine Virusmutation handelt und um welche“, erläutert die Sprecherin. Es könne einige Tage dauern, bis das Ergebnis vorliegt. Solange spricht die Kreisverwaltung von „Verdachtsfällen“.
Kein Spielraum bei Quarantäne-Vorschriften
Bei allen sieben Fällen im Landkreis gebe es keine klar erkennbare Infektionsquelle. Bei den infizierten Menschen handele es sich nicht um Reiserückkehrer und auch nicht um Familien oder andere Cluster. „Das Gesundheitsamt ist intensiv im Austausch mit den betroffenen Personen und mit der Kontaktnachverfolgung beschäftigt“, so die Kreisverwaltung.
Die Quarantäne-Vorschriften sind verschärft: „Infizierte Personen gehen konsequent für 14 Tage in Absonderung, Kontaktpersonen der Kategorie 1 ebenfalls.“ Einen Spielraum gebe es dabei nicht. Auch eine „vorzeitige Frei-Testung“ sei nicht möglich. Zudem werden Kat-1-Kontaktpersonen – Menschen mit engem Kontakt zu den Infizierten – mehrmals getestet, was inzwischen eigentlich nicht mehr üblich sei.
Der Unterschied zu den Maßnahmen bei bislang bekannten Sars-Cov-2-Infektionen: Üblichweise wird eine Quarantäne von 14 Tagen angeordnet, eine generelle Testung erfolgt nicht. Bleibt die Kontaktperson in der Zeit symptomfrei, ist die Absonderung beendet. Bei einem negativen Test kann nach zehn Tagen die Quarantäne vorzeitig beendet werden. Das gehe bei den neuen Virusvarianten nicht, betont die Kreissprecherin. Hier sei sowohl für die Infizierten als auch die Kontaktpersonen „immer eine Absonderung von mindestens 14 Tagen einzuhalten“. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Kontaktperson im selben Haushalt lebe oder nicht.
Die Mutationen sollen ansteckender sein als das bisher bekannte Virus. Kreisweite Maßnahmen wegen der aufgetretenen Fälle seien aber nicht vorgesehen, „da mit der Absonderung keine Infektionsgefahr von den Infizierten ausgeht“. Landrat Fritz Brechtel wendet sich dennoch mit der dringenden Bitte an die Kreisbürger: „In den letzten Wochen konnten wir das Infektionsgeschehen im Landkreis Germersheim eindämmen. Da sich die Virusmutationen leichter verbreiten, bitte ich alle – trotz aktuell sinkender Infektionszahlen – besonders auf die gängigen Maßnahmen zu achten.“ Dazu zählen Abstand halten, Maske tragen, Hände waschen und regelmäßiges Lüften.