Kreis Germersheim
In Karlsruhe sind neue Hochhäuser geplant
Inzwischen wurde vom Gemeinderat ein Höhenentwicklungskonzept beschlossen, das als Grundlage der Neu-Modellierung einer bisher eher „unsortierten Skyline“ (Fluhrer) dienen soll. Die Stadt selbst hat allerdings nur vergleichsweise wenige Grundstücke und ist deshalb nur selten Herrin des Geschehens ist.
Grundsatz: „Je höher, desto hochwertiger“
„Das alles muss passen, zur Nachbarschaft, zum Ort, zur Skyline und zum Quartier“, will die Stadt die „dreidimensionalen Entwicklung“ laut Fluhrer begleiten. Bestehende Gebäude sollen – wenn möglich - aufgestockt werden, neue Hochhäuser sollen das Stadtbild ergänzen. Die hohen Gebäude sollen zudem künftig eine Mischung aus öffentlich zugänglichen Einrichtungen in den unteren Stockwerken, Büros und Wohnräume in den oberen Geschossen sein. Ein weiterer Grundsatz: je höher ein Gebäude, desto hochwertiger soll auch die Architektur sein.
Außerdem soll vor allem dort in die Höhe gebaut werden, wo die Mobilitätsinfrastruktur schon vorhanden ist: Öffentlicher Nahverkehr, Carsharing, Fahrradabstellplätze und Hauptverkehrsstraßen. Als beispielhaft hierfür gilt die Entwicklung am Ettlinger Tor. Hier entsteht der zentrale Knotenpunkt der Kombilösung, mit dem Einkaufszentrum Ettlinger Tor sowie dem Badischen Staatstheater gibt es bereits zwei Publikumsmagnete. Auch die Kreisverwaltung des Landkreises hat hier ihren Sitz. Die Zukunft dieses Stadtbild prägenden Gebäudes und die Erweiterung des Badischen Staatstheaters waren letzter Auslöser für die Neuordnung des Geländes rund um das Ettlinger Tor. Wie es hier künftig aussehen könnte, ob das Landkreis-Hochhaus abgerissen und neu gebaut wird oder ein zweites Hochhaus dazu gestellt wird, das wird derzeit von Experten und Bürgern in einem sogenannten Werkstattverfahren erarbeitet. Bis Sommer sollen Ergebnisse vorliegen.
Zwei 70-Meter-Hochhäuser geplant
Deutlich weiter ist die Entwicklung südlich des Hauptbahnhofs. Die Firma S.K.E.T. GmbH aus Montabaur, mit Rainer Dommermuth, dem Bruder des Internetmilliardärs Ralph Dommermuth, an der Spitze, baut hier für die United Internet AG ein neues Bürozentrum. Ab Sommer sollen dort bis zu 2.500 Menschen arbeiten. Zwei markante, 48 Meter hohe Türme aus Glas und Beton flankieren den südlichen Bahnhofsvorplatz und werden ergänzt durch vier- bis siebengeschossige Bürogebäude.
Doch das ist hier erst der Anfang. Östlich des derzeitigen Baufelds will die Dommermuth-Gesellschaft ein 70 Meter-Hochhaus bauen. Auch westlich der derzeitigen Baustelle soll ein Hochhaus in gleicher Höhe entstehen, hier ist die Stadt Grundstücksbesitzerin und somit deutlich mehr Möglichkeiten hat, die eigenen Ideen umzusetzen.
„Wir erleben hier eine umfassende Veränderung“, freut sich Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz, dass sich die Geduld der Stadt endlich auszahlt. Jahrzehntelang war das „Filetstück“ hinter dem Hauptbahnhof angeboten worden wie Sauerbier, ehe United Internet zuschlug.