Kreis Germersheim In geheimnisvolle Unterwasserwelt abtauchen

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Wörth. Die Neugier hat Nils Nager mal wieder umgetrieben. Beim Besuch seiner lieben Verwandten mit seiner Schwester Nessy am Wörther Altrhein hat er mal kurz über den Damm geschaut. Über die Nacht, die er dort in der Dammschule erlebte, berichtet er heute.

Freitag kurz nach 20 Uhr. Bei uns Bibern ist Nachtruhe angesagt. Aber drüben in der Dammschule brennt noch Licht. Ich gehe der Sache nach. Plötzlich eine Stimme: „Was wollen Sie?“ – „Gestatten, Nils Nager, RHEINPFALZ-Reporter.“ Die Dame bittet mich herein. Sie heißt Ulrike Werling. Bald stellt sich heraus, dass auch sie daheim keine Ruhe findet. Als Schulleiterin macht sie sich Sorgen, ob alles gutgeht in dieser Nacht. „Pssst!“ – Ich muss leise sein, denn drinnen herrscht gespenstische Ruhe. „Unsere dritte Klasse hört Radio“, erklärt Ulrike. Die Kinder haben im Klassenzimmer einen gemütlichen Hörraum als Unterwasserwelt gestaltet. Hier können sie sich zum Radio hören verabreden. Rund 20 Kinder sitzen auf Matratzen und Bettlaken. Einige scheinen schon ein bisschen zu träumen. „Flossen hoch!“ Gespannt lauschen die Kinder der Sendung. „Wir haben heute Radionacht“, erklärt die Schulleiterin, „Hörspiele, Unterwasserkrimis, Reportagen, alles live.“ Eine nette junge Dame tritt hinzu. „Unsere Deutschlehrerin Melanie Meßing“, stellt ihre Chefin sie mir vor. Melanie Meßing war es, die ihre dritte Klasse – einfach nur so – für die Radionacht der ARD angemeldet hat. „Nicht einfach nur so,“ korrigiert die Lehrerin, „ich wollte Schule mit dem richtigen Leben verbinden und den Kids einen genussvollen Abend bieten, eine Wachbleibeparty sozusagen.“ Worum es in der Geschichte geht, erklären mir Anne, Jana und Samuel. „Also, am Anfang geht ein Mädchen tauchen“, beginnt Anne. „Dann kommt ein ziemlich böser Mann“, fährt Jana fort. Samuel ist sich sicher: „Ein Tierquäler!“ Da fängt auch ein Biber an zu bibbern. Die Drei führen mich in den Computerraum. Hier können sie sich direkt in das Live-Geschehen einblenden und mit den ARD-Leuten chatten. Auf einem Tisch liegen Gegenstände, mit denen man für ein Hörspiel Geräusche machen kann. Wie klingt der Ozean? Für Dampfertuten, Walgesang und Windheulen nehmen sie eine leere Flasche mit weitem Hals, Sand oder Körner in einer Schale klingen nach Wellen. Mit Strohhalm ins Wasser pusten: Ein Fisch schwimmt vorbei. Auch einen Song studieren die Drittklässler ein. Naja, einige brummen, aber der Refrain (Kehrreim) klappt schon ganz gut: „Flossen hoch! Wir tauchen ab! Wir trauen uns in die Welt der Meere.“ Auch für die richtige Verpflegung an Bord haben die Schüler gesorgt. Jeder hat etwas von zu Hause mitgebracht. In der Kombüse, das Wort für die Schiffsküche kennen sie jetzt auch, ist für den nächtlichen Schmaus ein Büfett vorbereitet. Charlottes Mutti Sonja Paul nimmt als Aufsichtsperson an der Radionacht teil und übernachtet mit den Kindern in der Schule. Fünf Stunden lang senden die Kinderradioredaktionen der ARD Hörspiele und Geschichten, Interviews und Reportagen. Mit ihnen tauchen die Kinder ab in die geheimnisvolle Unterwasserwelt, lauschen den Stimmen der Meerestiere und erkunden die Geheimnisse der Tiefsee. In dieser langen Nacht geraten sie in eine Walrettungsmission und erleben mit jedem Hörspiel neue Abenteuer. Die Radionacht dauert bis eine Stunde nach Mitternacht. „Bis wir einschlafen“, meint Samuel. Anne will durchhalten, Jana wenigstens bis Mitternacht Ich muss jetzt aber nach meiner Schwester Nessy schauen. Nächstes Mal darf sie mit. (wi)

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