Erlenbach
In ganz Erlenbach Tempo 30
Der Antrag dazu wurde 2016 zwar schon einmal von der obersten Behörde, dem Landesbetrieb für Mobilität (LBM) Speyer abgelehnt. Der LBM nahm an 21 Stellen Lärmberechnungen in der Kandeler/Haynaer Straße (L 542) vor. Hierbei wurden folgende Grenzwertüberschreitungen Tag und Nacht festgestellt: Tagsüber würden die Grenzwerte von 69 dB(A) nicht erreicht und an einigen Stellen nur knapp nicht erreicht. In der Nachtzeit würden die Grenzwerte an 4 (von 21) Stellen überschritten. An vielen Stellen würden die Grenzwerte zudem nur knapp nicht erreicht. Der Antrag soll jetzt aber noch mal gestellt werden, denn schon 2017 habe sich die Rechtslage verändert, wie der Ortsgemeinderat jetzt durch einen Zufall erfuhr. Jan Gerhardt, der Verkehrsexperte der Verwaltung, sehe gute Chancen in dem Antrag. Er empfahl der Gemeinde allerdings, keine neuen Lärmberechnungen machen zu lassen, auch wenn vielleicht der Verkehr insgesamt gestiegen sei. Denn 2016 habe es noch keine Tempo-30-Zone – wenn nur tagsüber – gegeben. Bei langsameren Verkehr sei die Lautstärke geringer.
85 Prozent zu schnell unterwegs
Von einer durchgängigen 30er Zone erhoffen sich Maik Wünstel und die Räte nicht nur eine deutliche Verringerung der Lautstärke, sondern auch der Durchfahrtgeschwindigkeit, auch wenn man es wohl nie schaffen werden, dass sich alle an die Regeln halten, so Wünstel. Eine Langzeitmessung in der Tempo-30-Zone habe aber immerhin ergeben, dass von rund 130.000 Fahrzeugen zwar 85 Prozent zu schnell sind, aber nur 8 Prozent über 50 fuhren. Allerdings stehe das 50er-Schild nach der Kindergartenzone viel zu weit im Ort. Sobald man dies als Autofahrer sehe, gebe man Gas, bestätigte auch Gerhardt. Laut Verkehrsexperte gebe es gute Chancen, dass der Antrag jetzt durchgeht. Die Werte seien oft nur knapp nicht erreicht worden. Dann würden auch die 50er-Schilder an den Ortsrand gesetzt werden. Der Rat stimmte dem Antrag einer 30er-Zone Tag und Nacht zu.
Elementarversicherung beschlossen
Zudem beschloss der Rat den Abschluss einer Elementarversicherung für die gemeindeeigenen Gebäude. Auslöser der Überlegungen war die Flutkatastrophe. Im Moment bestehe nur eine Wohngebäudeversicherung und eine Pauschalelektroversicherung, so Maik Wünstel. Die Elementarversicherung würde unter anderem auch vollständig Sturm- , Hagel- und Starkregenschäden abdecken. Die Tarife variieren je nach Gebäudezustand und Wert, aber auch nach regionalem Risiko, erklärte Wünstel. Dafür gebe es Karten, die aber nur die Versicherungen einsehen könnten. Die Elementarversicherung koste rund 1800 Euro und damit rund 50 Prozent zusätzlich zur bestehenden Versicherung. Sie kann nur bei der Versicherung als Zusatzversicherung abgeschlossen werden, bei der auch die Wohngebäudeversicherung besteht.
Zudem informierte Wünstel, dass fast alle Haushalte, die einen Glasfaseranschluss beantragt haben, jetzt angeschlossen seien. Bei einigen oberirdischen Hausanschlüssen müsse aber noch etwas nachgebessert werden. Außerdem soll noch im November eine Bürgerversammlung stattfinden. Themen sind unter anderem ein Rückblick über zwei Jahre und ein Ausblick. Hauptthema werden die geplanten Windkraftanlagen sein.