Kreis Germersheim
In Ferien in Kinderdörfer statt Kinderstädte
Anbieter von Ferienbetreuungen im Kreis berichten von einer großen Nachfrage. Allerdings habe sich die Anzahl der angebotenen Plätze gegenüber der Zeit vor der Pandemie verringert. Die Anzahl der Plätze steige aber im Vergleich zu den Vorjahren wieder leicht, da es in diesem Jahr keine pandemiebedingten Vorgaben mehr gibt. Einige Anbieter haben signalisiert, dass sie bei Bedarf auch weitere Plätze zur Verfügung stellen können. Dennoch wurden vor allem große Ferienprogramme durch Betreuungen mit geringeren Teilnehmerzahlen ersetzt. So wurden beispielsweise aus den Kinderstädten „Astropolis“ und „Kätschapaso“ , die pro Woche knapp 250 Kinder aufnehmen konnten, die Ferienprogramme „Unser Dorf im Wald“ und „Unser Dorf in der Festung“ mit wöchentlich nur 50 bis 70 Teilnehmern .
Zukunft der Kinderstädte offen
Das Prinzip der Kinderstädte basiert darauf, den Kindern einen spielerischen Einblick in das Leben in einer Gemeinschaft zu bieten. Sie konnten sozusagen das „echte Leben“ nachspielen. Wie in einer Stadt üblich, müssen sich ihre Bewohner einen Job suchen, um Geld zu verdienen. Mit dem stadteigenen Spielgeld konnten die Kinder dann Süßigkeiten kaufen oder das Internet-Café besuchen.
„Die Kinder sollen sich keine Gedanken darüber machen müssen, einen Job zu finden. Wenn sie einfach nur spielen wollen, dann dürfen sie das auch“, berichtete Jens Mees, Leiter des Bereiches soziale Arbeit des IB in Wörth. Was sich nach einem Problem aus der Erwachsenenwelt anhört, hat auch die Kinder in der „Astropolis“ beschäftigt.
Mees beschreibt die Kinderstädte als „Mammutprojekt“. Normalerweise hätte die Planung im September des vorherigen Jahres begonnen. Aufgrund der Corona-Pandemie sei das allerdings nicht möglich gewesen, da die Entwicklung der Corona-Auflagen lange unklar war. In dieser Zeit habe bei den Verantwortlichen des IB Wörth ein Umdenken stattgefunden, und die Organisatoren haben sich auf ein neues Konzept geeinigt.
Nachfrage ist gesunken
„Astropolis wurde zu konsumlastig“, erklärte Jens Mees. Ziel des neuen Konzeptes sei es, den Kindern mehr Freiraum zu bieten. Zudem soll neben neuen Angeboten auch das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus des „Dorf im Wald“ rücken. Das Dorf wird in diesem Jahr für zwei Wochen an der Grillhütte in Wörth stattfinden. Anschließend werden zwei weitere Wochen unter dem Namen „Unser Dorf in der Festung“ auf dem Festungsgelände in Germersheim angeboten.
Derzeit sind in Wörth von insgesamt 60 Plätzen noch 20 frei. Wobei man variabel sei und das Platzangebot erhöhen könnte, hieß es am Montagmittag. Wegen der unklaren Nachfragesituation nach Corona habe man zunächst vorsichtig kalkuliert, hieß es beim Kinder- und Jugendzentrum Wörth. In Germersheim werden jede Woche 50 Plätze angeboten, wovon Stand Montagmittag in der ersten Woche noch etwa 20 Plätze frei sind und in der zweiten Woche rund 25 Plätze. Inwiefern das neue Konzept angenommen wird, bleibe abzuwarten. Die Nachfrage sei rückläufig, zu Zeiten der Kinderstädte sei sie größer gewesen, berichtet Claudia Meiburg vom IB in Germersheim.
Ob es in Zukunft nochmal eine Kinderstadt geben wird, bleibt fraglich. Sicher sei jedoch, dass die Organisatoren nicht mehr zum alten Konzept zurückkehren werden.
INFO
- Das „Dorf im Wald“ an der Grillhütte in Wörth wird von Montag bis Freitag, 25. bis 29. Juli und 1. bis 5. August, stattfinden. Das Anmeldeformular ist im Internet unter www.jugendzentrum-woerth.de zu finden. Weitere Informationen bietet das Infotelefon: 07271 8622.
- Das „Dorf in der Festung“ auf dem Festungsgelände in Germersheim wird von Montag bis Freitag, 15. bis 19. August und 22. bis 26. August, veranstaltet. Das Anmeldeformular ist im Internet unter www.juz-ger-de zu finden. Weitere Informationen unter Telefon 07274 702534.
- Die Betreuung für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren beginnt in beiden „Dörfern“ jeweils um 8.30 Uhr und endet um 16 Uhr. Die Kosten belaufen sich auf 75 Euro pro Woche. Informationen über das Ferienangebot im gesamten Kreis Germersheim sind im Internet unter www.kreis-germersheim.de/ferienkalender zu finden.