Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Impfzentrum: Kreis bittet Land um Öffnung

Zirka 110.000 Spritzen mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus wurden im Impfzentrum gesetzt .
Zirka 110.000 Spritzen mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus wurden im Impfzentrum gesetzt .

Für eine erneute Öffnung des Impfzentrums in Wörth hat sich am Montag Landrat Fritz Brechtel (CDU) ausgesprochen. Der Kreisausschuss unterstützt seine Bitte. Allerdings gab es auch Kritik an der Pandemiebekämpfung des Landes und des Bundes.

Mit einer Inzidenz von über 300 lag der Kreis am Montag an der Spitze in Rheinland-Pfalz. „Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange“, sagte Landrat Fritz Brechtel. „Die anderen Landkreise ziehen nach. Wir sind immer ein bis zwei Wochen voraus, warum auch immer.“ Die meisten Patienten in den Krankenhäusern seien ungeimpft. „Wir rechnen mit einem starken Impfdruck in den nächsten Wochen.“

Doch das Impfzentrum im Wörther Hafengebiet, das derzeit zu den wenigen Einrichtungen im Land gehört, die immerhin noch im Standby-Modus sind, soll nach dem 31. Dezember 2021 endgültig schließen. Das ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll, sagte Brechtel mit Blick auf Gespräche mit dem Landrat des Kreises Südliche Weinstraße, Dietmar Seefeldt (CDU), und dem Bürgermeister der Stadt Landau Thomas Hirsch (CDU).

Innerhalb von 10 Monaten habe es im Impfzentrum zirka 110.000 Impfungen gegeben. „Würden wir noch einmal drei, vier Monate öffnen, könnten wir alle 55.000 Menschen die schon zweimal geimpft wurden, dort impfen.“ Außerdem müsse wegen hinsichtlich der Verträge zur Mietung der Halle und der Verfügbarkeit der Mitarbeiter die Zukunft der Einrichtung im November geklärt werden. Brechtel kündigte deshalb an, sich erneut mit einem Brief an das Landesgesundheitsministerium zu wenden. Dafür bat er um die Unterstützung durch den Kreisausschuss.

Wer ist zuständig: Bund, Land – oder Kreis?

„So eine Öffnung muss abgestimmt sein. Es muss eine Linie geben, ich fühle mich etwas an der falschen Stelle“, gab Dennis Nitsche (SPD), Bürgermeister der Stadt Wörth, zu bedenken. „Das muss am Ende der Bund machen.“ Er fühle sich in erster Linie für die Bevölkerung des Landkreises verantwortlich, entgegnete Landrat Brechtel. „Eine Landeslinie wäre schön“, sagte der Landtagsabgeordnete Martin Brandl (CDU). Aber: „Für das was ich wahrnehme, würde ich es für richtig halten, das Impfzentrum zu aktivieren.“ Die Lage im Land sei unterschiedlich: Während die Ärzte in der Region um Mainz zum Beispiel mit dem Impfen hinterher kämen, gebe es im Kreis Germersheim wegen des Ärztemangels Defizite. Zustimmung kam auch vom Germersheimer Bürgermeister, Marcus Schaile (CDU): „Wir hatten viermal den Impfbus da. Es gab immer eine Warteschlange, teilweise war der Impfstoff früher leer. “

Der Kreisausschuss stimmte dem Schreiben an das Gesundheitsministerium bei einer Gegenstimme (Dennis Nitsche, SPD) und zwei Enthaltungen (Reinhard Scherrer, SPD; Theo Scherrer, AfD ) zu.

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