Kreis Germersheim Immerhin nur noch 700 Fahrzeuge am Tag

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Von einem „holprigen Start rund um die Baustelle herum“ sprach Ortsbürgermeister Maik Wünstel am Dienstag bei der Einwohnerversammlung in Erlenbach . Die meisten der gut 100 Besucher waren wohl zu diesem Thema ins Bürgerhaus gekommen. Dass es nicht zu hitzigen Diskussionen kam, sondern alle sachlich blieben, lag sicher auch am gut vorbereiteten Bürgermeister, der seine Informationen ruhig vortrug, aber auch Fehler einräumte.

„Kommt der Bus oder kommt er nicht?“, sei am Anfang immer die Frage gewesen, sagte Wünstel. Anwohner kritisierten, dass in der Umleitung zu schnell oder entgegen der Einbahnstraße gefahren werde. So habe er in den ersten zwei Tagen rund 100 Anrufe oder WhatsApp-Einträge mit Beschwerden von Bürgern erhalten, sagte Wünstel. Auch Nerven hätten blank gelegen, so dass er beispielsweise einen Autofahrer gegen 19.30 Uhr mit Pirmasenser Kennzeichen angemeckert habe, obwohl der nur die Apotheke beliefern wollte. Da müsse er sich entschuldigen, aber er sei lernfähig: „Blutdruck bekomme ich nur noch, wenn mich jemand nach dem Weg nach Herxheim fragt.“ Sicher sei es keine gute Idee gewesen, mit der Baustelle und damit mit der Sperrung der Ortsdurchfahrt zu beginnen, obwohl die Umleitung noch nicht ausgeschildert war. Das werde bei der zweiten Bauphase mit Sperrung ab Februar 2019 nicht mehr passieren, versprach Wünstel. Das Baustellenschild stand allerdings schon, als ein Fahrzeug direkt daran vorbei über den Gehweg fuhr ... Immerhin wird die Verkehrsbelastung weniger: Das Zählgerät am Geschwindigkeitsmesser zeigte, dass am ersten Baustellentag rund 3300 Fahrzeuge in oder durch den Ort wollten. Nach wenigen Tagen hatte sich die Zahl auf rund 700 täglich eingependelt. Probleme bei den Schulbussen habe es beispielsweise gegeben, weil Fahrer überhaupt nicht wussten, dass sie Erlenbach anfahren sollen. Wünstel forderte Betroffene auf, bei Problemen mit dem Schulbus ihn oder das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Kandel anzurufen. Angesprochen auf das späte Eintreffen der Busse in den verschiedenen Schulen, meinte Wünstel, auch das Problem sei bekannt. In der zweiten Bauphase sollen deshalb die Schulbusse Erlenbach früher anfahren. Jetzt könne das Problem nicht mehr gelöst werden, da der gesamte Fahrplan nach dem Umleitungsplan getaktet wurde. Zwei Probleme gibt es: Die Geschwindigkeit und das Fahren in der als Einbahnstraße eingerichteten Umleitung. Im Storchennest (Schrittgeschwindigkeit) werde man sogar beleidigt, wenn man sich an die Vorschrift halte, berichteten Bürger. Und ein Bürger wurde sogar nach eigener Aussage von einem Autofahrer, den er darauf hinwies, falsch herum in einer Einbahnstraße unterwegs zu sein, körperlich angegangen. Schon deshalb wünschte sich Wünstel von der Polizei mehr Kontrollen auch zu Zeiten, wenn Pendler unterwegs seien. Wünstel forderte aber auch die Erlenbacher auf, sich strikt an die Verkehrsregeln zu halten. Nur so könne man den Autofahrern die Lust an der Abkürzung nehmen. Allerdings berichteten Bürger auch von rasenden Erlenbachern: „In der Haynaerstraße Tempo 30 fordern und in der Hauptstraße mit über 60 rasen“, meinte einer, der das beobachtet hatte. Geschwindigkeitskontrollen würden schon durchgeführt, meinte Oliver Link von der Polizeiinspektion Wörth. Leider könne die Polizei an vielen Stellen im Ort keine rechtsverbindlichen Geschwindigkeitskontrollen durchführen. In Rheinland-Pfalz sei dies nur in Städten über 25.000 Einwohnern möglich. Hier wolle aber Kandel mit Hagenbach und Wörth einen entsprechenden Antrag stellen, berichtete Verbandsbürgermeister Volker Poß.

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