Kandel Imagewandel: Einkaufsstadt soll sich weiterentwickeln

Die Innenstadt von der Treppe des Rathauses aus betrachtet.
Die Innenstadt von der Treppe des Rathauses aus betrachtet.

Wohin entwickelt sich die Kandeler Geschäftswelt? Welche Folgen bringt der demografische Wandel? Wie soll die Innenstadt der Zukunft aussehen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Stadtplaner und Bürger in nächster Zeit.

Einkaufen, einkehren oder einen Markt besuchen. Das wollen viele Menschen, die nach Kandel kommen. Wie aber sieht die Zukunft von Kandel aus? Wo soll die Reise hingehen? Da ist zum einen die Kommunalpolitik gefragt. Es sollen aber auch die Sichtweisen der Akteure einbezogen werden, nicht zuletzt der Investoren, ohne die im Grunde genommen nicht viel geht. Die Stadt alleine kann selbst nicht viel Geld in die Hand nehmen, ist hoch verschuldet. Beschäftigt mit solchen Themen hat sich seit längerem der Ausschuss für Stadtentwicklung, Klima- und Umweltschutz unter der Leitung der Beigeordneten Jutta Wegmann (Grüne). Das Büro „imakomm“ (Immakomm-Akademie) mit Sitz in Aalen soll und ein Image- und Innenstadtentwicklungskonzept für Kandel erarbeiten. Die jüngst im Ausschuss präsentierte Vorgehensweise wurde auch vom Stadtrat angenommen.

Auch City-Managerin Jennifer Tschirner setzt große Hoffnung in das Konzept. „Nach bestem Wissen und Gewissen“ habe sie ihre Arbeit bisher verrichtet. Doch nun sei es an der Zeit, die Ziele der Stadtentwicklung klar zu bezeichnen. Dann könne sie ihre Arbeit daran ausrichten. „Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wofür Kandel heute steht“, sagt die City-Managerin. Kandel nur als Einkaufsstadt anzusehen, sei doch etwas wenig. Das Konzept sei nicht für die Schublade. Es müsse weitgehend „umsetzbar“ sein. Daran mitwirken werden auch die Bürger mit ihren Ideen, neben Expertengruppen wie etwa der „Wirtschaftsraum Kandel“ (früher Verein für Handel und Gewerbe).

Das Büro „immakomm“ genieße allseits einen guten Ruf, sagt die City-Managerin. Das Besondere an dessen „Ansatz für Kandel“ sei etwa, dass man die Wettbewerbsvorteile der Kandeler Geschäftswelt herausstellen und auf eine „Transformation der Substanz“ Wert lege, um so mittelbar einen Imagewandel zu erreichen. Auch möchte das Büro „schnell in Lösungen denken“, „innovative Methoden“ einsetzen und motivierende Beteiligungsformate wählen. Der Projektgruppe werden neben Vertretern der Stadt und der Verbandsgemeindeverwaltung auch der „Wirtschaftsraum Kandel“ angehören. Nicht alles werde neu erfunden, sagte immakomm-Repräsentant Peter Markert in der jüngsten Sitzung. Sein Büro will auf vorliegende Analysen aufbauen, etwa dem Innenstadtentwicklungskonzept aus dem Jahre 2018.

Beginnen werde die Arbeit wohl im September, nach den Sommerferien. Es soll Online-Abfragen der Betriebe, eine digitale Bürgerbeteiligung und Gespräche mit Akteuren geben. Auch das Umland werde mit einbezogen, schließlich wolle man wissen, was man in der Nachbarschaft von der Kandeler Entwicklung hält. In Themengruppen werde dann weiter gearbeitet, ehe etwa im Juni kommenden Jahres ein Gesamtkonzept vorgelegt wird. Die City-Managerin ist überzeugt davon, dass viele mitmachen werden, weil es um die Zukunft von Kandel gehe. Und darum, welches „nachhaltige Image“ sich die Bienwaldstadt künftig gebe. Dass der „Klimaschutz“ mitbedacht werden wird, verstehe sich von selbst. Kandel als „nachhaltiger Freizeit- und Erlebnisraum“, als „Identitätsraum für alle Bürgerinnen und Bürger“, als „Begegnungsraum“ und „naturnahes Zentrum“ sind Beispiele für die Leitlinien, die für Kandel erarbeitet werden sollen.

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