Kreis Germersheim Im Schneckentempo ins „Grüne Klassenzimmer“

. Größer, schneller, weiter – sportlich soll es am Europa-Gymnasium zugehen, hört man. Größer: Immer mehr Schüler! Weiter: Klassenfahrten in die Karibik! Aber schneller? Ende November 2012 wurde das „Grüne Klassenzimmer“ eingeweiht. „Die Schüler sollen hier viele kreative, aber auch erholsame Stunden verbringen“, sagte Schulleiterin Birgit Weisser damals. Pustekuchen! Zumindest für die Schüler, die 2014 Abitur gemacht haben, war das „Grüne Klassenzimmer“ an warmen Sommertagen ein zwar naher, aber dennoch unerreichbarer Traum. „Der einzige Weg in die Welt des Rollrasens und der künstlichen Bewässerung führt durch eines der Fenster im Erdgeschoss“, bedauerte Yvonne Fuhr in der Abi-Zeitung. Die Tür ins Grüne sei nämlich alarmgesichert, die Schüler müssen drinnen bleiben – es sei denn, es brennt. Nein, die Türe sei nicht das Problem, so Schulleiterin Weisser. Vielmehr fehlte bei der Einweihung 2012 noch ein wesentliches Element des „Grünen Klassenzimmers“: die Sitzmöglichkeiten. Die konnten erst im Herbst 2013 dank einer „großzügigen Spende“ der Firma ITK angeschafft werden. Insgesamt habe das „Grüne Klassenzimmer“ etwa 45.000 Euro gekostet, so Weisser: „Komplett aus Spenden finanziert.“ Na, da werden sich die Mitstreiter des Lions Clubs Wörth-Kandel und Landrat Fritz Brechtel (CDU) aber die Augen reiben. Und vielleicht bald zum Nachsitzen im Europa-Gymnasium antreten? Denn sie machen eine ganz andere Rechnung auf: 15.000 Euro kamen vom Kreis für den blickdichten Zaun, 6901 Euro haben Freundeskreis, Eltern und Schüler beim Schulfest erlöst, 19.650 Euro kam von Firmen wie Daimler, BASF, Möbel Ehrmann, Hornbach und 20.000 Euro spendeten die Lions. Das macht in der Summe 61.551 Euro. Das sind dann 16.551 Euro mehr als die „etwa“ 45.000 Euro, die Weisser als Kosten nennt. Aber vielleicht hatte sie ja die 15.000 Euro des Landkreises schon wieder vergessen. Das kann nach zwei Jahren schon mal passieren. Und außerdem ist das ja nur Steuergeld.