Schwegenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Im Livestream: Fasnachtsfete im Wohnzimmer

In Schwegenheim haben Fasnachterinnen ihr närrisches Treiben ins Wohnzimmer verlegt: (von links) Gudrun Rohr, Sigrid Schulmerich
In Schwegenheim haben Fasnachterinnen ihr närrisches Treiben ins Wohnzimmer verlegt: (von links) Gudrun Rohr, Sigrid Schulmerich, Anne Jäger, Anja Müller, Gudrun Höfer und Ivonne Wittmer.

Sechs Schwegenheimer NXV-Frauen trotzen der Pandemie und feiern „mit Miau & Täterä Fasching uff’m Canapé 2.0“. Wer will, kann am Fasnachtssamstag im Livestream daran teilhaben. Vom eigenen Sofa aus, aber genau so, als wäre er oder sie dabei, wenn sechs passionierte Fasnachterinnen die Flucht aus dem Alltag antreten.

Der Ü-Wagen mit Tonmeister Sebastian Müller steht – ein paar hundert Meter vom Set entfernt – in der Pfaffengasse. Fasching uff’m Canapé findet bei Gudrun und Clemens Rohr statt, beide fest integriert im närrischen MGV. „Ich konnte der Trauer über die Corona-bedingt ausgefallene 46. Prunksitzung nicht länger zusehen“, erklärt Gudrun Rohr ihre digitale Fasnachtsinitiative. Sie führt Regie, ist Herrin über fünf Frauen und ein Drehbuch. Sigrid Schulmerich, Anne Jäger, Gudrun Höfer, Ivonne Wittmer und Anja Müller sind immer dabei, wenn es um närrischen Frohsinn geht. So auch diesmal wieder. An jedem zweiten Tag üben sie für ihren großen Auftritt.

Der lautstarke Einmarsch von der Straße ins Haus ist der Nachbarschaft inzwischen vertraut. Anja Müller führt ihn musikalisch an, die grandios kostümierten Frauen singen. Die Ferienwohnung sei derzeit belegt, deshalb spiele die digitale Fasnacht in ihrem Wohnzimmer, erklärt Rohr den Umzug ins Private.

Fasnacht pur, gereimt und in Prosa

Auf dem Tisch vor dem Sofa stehen Sektgläser und Knabberzeug, eine Luftschlange liegt dazwischen. Die Stimmung der NXV-Frauen erreicht bei diesem Anblick bereits ihren ersten Höhepunkt. Was folgt, ist Fasnacht pur, gereimt und in Prosa. Es geht um die Geschichte der Katzenfresser, um Beziehungskisten, Alterserscheinungen, Jugend und Corona. „Das kommt mir nicht ins Haus“, sagt Höfer so entschlossen, dass der Knopf am Kleid nicht länger hält.

„Hurra, wir leben noch, dank Booster konnten wir das überstehn“, singen die Frauen voller Inbrunst. Sie lassen keine Spitze aus, lokalpolitisch schon gar nicht. Bürgermeister Bodo Lutzkes Sparzwang wird besungen, Edda Hammelmann mit in den Traumurlaub genommen und Gerhard Hammelmann zum Dorf-Historiker erhoben. Ein Spendenaufruf für die angeschlagene Fasnacht startet. Einspieler erzählen vom närrischen Schwegenheim vor der Pandemie. Hand aufs Herz und los geht’s mehrstimmig ins „goldisch Schwegenheim“. Die Dorfhymne verursacht Gänsehaut bei Rohr. Schulmerichs Büttenrede auf den Mann löst manchen Lacher aus, das Finale nach 90 Minuten endet gefühlt viel zu früh.

Termin

Samstag, 26. Februar, 18 Uhr. Link: https://youtu.be/6NmelOYdJw

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