Kreis Germersheim Im Gewerbegebiet wäre Platz für Flüchtlingswohnungen

Placeholder-Image

Wohnungen für Flüchtlinge werden in der Verbandsgemeinde (VG) Kandel weiter dringend gesucht. Manche Ideen haben sich zerschlagen, in der Stadt Kandel stünden jedoch noch Flächen bereit. Dort ist jetzt der Stadtrat am Zug.

Seit Ende November hat sich die Zahl der Asylbewerber in der VG Kandel von 62 auf 85 erhöht, darunter sin d 34 Kinder. Der Großteil der 34 Wohnungen befindet sich in Kandel, außerdem wurde in Steinweiler und Vollmersweiler je ein Haus angemietet. Dazu kommt noch die Unterbringung von Obdachlosen, derzeit 40 Personen in 20 Wohneinheiten. Verschiedene Optionen hatten sich zerschlage, zum Beispiel die Idee, eine Etage im Schwesternwohnheim an der Asklepios-Klinik zu nutzen. Dort könnten zwar Räume angemietet werden. Da die Räume darunter als Büros und Schlafräume für Ärzte genutzt werden, müssten sich die Bewohner dieser Räume extrem ruhig verhalten. Eine Wohnung über der Kleiderkammer wird für zwei Monate der Stadt Wörth als Ausweichquartier zur Verfügung gestellt, da es in Schaidt kurzfristig einen Engpass gab. Darüber berichtete Verbandsbürgermeister Volker Poß (SPD) jetzt in einer Ausschusssitzung. Die Lage entschärfen soll, dass angesichts der Wohnungsnot inzwischen höhere Mieten gezahlt werden dürfen: Bei der Bürgermeisterdienstbesprechung Anfang Februar wurde festgelegt, dass Mietpreise bis 8 Euro oder mehr möglich sind. In der Stadt Kandel birgt das Gewerbegebiet „Östlich der Lauterburger Straße“ noch Möglichkeiten. Allerdings wurden dort im Bebauungsplan „Anlagen für soziale Zwecke“ explizit ausgeschlossen. Was gedacht war, um zum Beispiel die Ansiedlung von Freikirchen zu verhindern, ist jetzt eine Hürde, wenn es um die Unterbringung von Asylbewerbern geht. Diese könnte jedoch mit einer Bebauungsplanänderung beseitigt werden. Dann könnten dort zum Beispiel Container aufgestellt werden. Außerdem plant ein Grundstückseigentümer, im Gewerbegebiet eine Hallenfläche von zirka 400 Quadratmetern als Lagerfläche zur Verfügung zu stellen. Hier sollen dann zum Beispiel Maler oder Heizungsbauer Flächen für Lagerung oder kleinere Arbeiten anmieten können. Das Obergeschoss könnte zur Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden, später zur Unterbringung von Erntehelfern. Weitere gemeindeeigene Flächen gibt es nördlich der Bienwaldhalle. Hier sind allerdings erst die städtischen Gremien am Zug. Inzwischen gibt es fünf Teams, die Sprachkurse im kleinen Saal des Feuerwehrgerätehauses anbieten. Die Grundschule Kandel will in den Osterferien einen Deutschkurs für Kinder anbieten. Die Finanzierung würde das rheinland-pfälzische Bildungsministerium übernehmen. Allerdings stellen gerade viele Gemeinden Anträge, ob das Geld für Kandel bewilligt wird, ist noch offen. Inzwischen wird auch der Bürgerbus der Gemeinde Vollmersweiler für Fahrten zur Tafel Wörth genutzt. Jeder Neuankömmling bekommt zudem ein Willkommenspaket mit den ersten notwendigen Lebensmitteln, wie Salz, Reis, Gemüse und Kartoffeln, das aus dem Etat von „Keiner soll einsam sein“ finanziert wird. Hier hat Sybille Rauch-Touissaint die Koordination übernommen.

x