KANDEL IGS Kandel: Neue Schulleiterin im Vereinsleben verwurzelt
Die IGS Kandel musste nicht lange auf die Besetzung ihrer Schulleitung warten. Am 31. Januar verabschiedete sich Wolfgang Poggel (wir berichteten), kurz danach war Melanie Alexandra Müller, M.A. (Magistra Artium) als seine Nachfolgerin in seinem Zimmer.
„Mein erster Eindruck nach ein paar Wochen ist – trotz der momentan schwierigen Situation mit Corona und Krieg – sehr positiv. Ich habe ein engagiertes Kollegium und eine gute Schulgemeinschaft, wie ich schon feststellen konnte“, erzählt die 46-Jährige, die in Karlsruhe geboren wurde und in Kandel wohnt, im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Größtes Hobby ist die Musik
„Mein größtes Hobby ist die Musik, mein Hauptinstrument ist die Klarinette“, sagt Müller. „Seit 30 Jahren spiele ich in der Stadtkapelle Kandel, vorher schon in der Jugendkapelle.“ Sie war auch fünf Jahre zweite Vorsitzende im Verein. „Ich strebe mit den Bläserklassen der IGS eine Zusammenarbeit mit der Stadtkapelle und auch mit der Musikschule Kandel an.“ Sie spielt außerdem Tenorsaxophon in der Big Band Minfeld. Dem früher betriebenen Reitsport geht sie nur noch in den Ferien nach. Ihren Urlaub verbringt sie vor allem gerne seit vielen Jahren in Österreich im Bereich Kufstein, wo auch Kontakte im musikalischen Bereich bestehen wie ein Austausch mit der Stadtkapelle in Wildschönau.
Ihre Vorstellungen für die Zukunft sind die Stärkung und der Ausbau des kulturellen Bereichs der IGS, was das Darstellende Spiel und die Bläserklassen angeht. Diese sollen noch attraktiver werden. Außerdem möchte Müller zusätzliche Angebote für besonders begabte Schüler im Bereich Naturwissenschaften, Mathematik und Fremdsprachen.
Neubau verzögert sich
Sie unterrichtet momentan eine 5. Klasse in Englisch. Sie freut sich auf die erste Abiturfeier seit Corona in Präsenz am 23. März. Gespannt ist sie auf die Fertigstellung des Neubaus mit dem notwendigen Umzug und den Neubau einer Mensa, der sich um einiges verzögert hat. Auch die Ganztagsschule verzögert sich deshalb. „Aber dann werden wir für unsere etwa 800 Schüler an Attraktivität gewinnen“, meint Müller.
Sie hat eine sehr beeindruckende und abwechslungsreiche berufliche Laufbahn vorzuzeigen. Nach dem Besuch der Grundschule in Kandel und dem Europa-Gymnasium in Wörth bis zur Mittleren Reife absolvierte sie 1995 ihr Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium in Landau. An der Universität Trier studierte sie Anglistik, Germanistik und Deutsch als Fremdsprache und absolvierte mehrere Aufenthalte in England (assistant teacher). 2001 legte sie ihr erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien und Magisterprüfungen an der Trierer Uni ab.
Referendariat im Badischen
Bis 2003 besuchte sie das staatliche Seminar für Schulpädagogik (Gymnasien) in Karlsruhe für das Referendariat, das sie zuerst in der Praxis am Kant-Gymnasium in Karlsruhe verbrachte und ein Jahr später am Eichendorff-Gymnasium in Ettlingen mit dem zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien abschloss.
Ihre erste Planstelle als Studienrätin z.A. erhielt sie 2003 am Hugo-Ball-Gymnasium in Pirmasens, wo sie 2005 auf Lebenszeit verbeamtet wurde, ehe sie im August 2006 an das Europa-Gymnasium Wörth versetzt wurde. Hier wurde sie 2007 Vorsitzende der Fachkonferenz Englisch und übernahm die Leitung der Schulbibliothek. In diesem Jahr begann sie auch mit der Ausbildung zur Fachmoderatorin für Fremdsprachen und wurde bald zu Einsätzen auf regionalen Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen berufen. 2009 erfolgte die Ernennung zur Oberstudienrätin.
Stellvertreterin in Speyer
2010 wurde sie Lehrbeauftragte Fachleiterin für Englisch am Studienseminar für Gymnasien in Landau und Beraterin für Unterrichtsentwicklung in Fremdsprachen am Pädagogischen Landesinstitut. Ab dem Schuljahr 2011 wurde sie zur Stufenleiterin der Jahrgänge 7/8 am Europa-Gymnasium und 2012 zur Studiendirektorin ernannt. 2015 folgte eine Teilabordnung als Referentin am Pädagogischen Landesinstitut für Schul- und Unterrichtsentwicklung, bevor sie 2017 die ständige Vertreterin des Schulleiters am Gymnasium am Kaiserdom wurde.