Kandel / Minderslachen RHEINPFALZ Plus Artikel Igellehrpfad in der Südpfalz: Tiere in Wohnungsnot

Tafeln am Radweg zwischen Kandel und Minderslachen informieren über Igel.
Tafeln am Radweg zwischen Kandel und Minderslachen informieren über Igel.

Immer mehr Igel finden keinen geeigneten Unterschlupf für den Winter. Dies und mehr erfährt man nun auf dem Igellehrpfad in der Südpfalz.

Versiegelte Flächen, aufgeräumte Gärten und intensive Landwirtschaft nehmen den Tieren ihren Lebensraum. Natürliche Verstecke sind überlebenswichtig, besonders für den Winterschlaf, in dem Igel ihre Körperfunktionen stark herunterfahren, um monatelang ohne Nahrung auszukommen. Naturnahe Gärten können helfen, Laub- und Reisighaufen oder Hecken bieten Schutz. Wichtig ist zudem der Verzicht auf Gifte und Pestizide, da Igel auf eine artenreiche Insektenwelt angewiesen sind.

Die Infotafeln des Igellehrpfads sind am Radweg zwischen Kandel und Minderslachen aufgestellt und geben einen Einblick in das Leben der Stacheltiere und notwendige Schutzmaßnahmen. An dem Artenschutz-Projekt beteiligt waren der Verein „Schüler für Tiere“, der städtische Bauhof und die AG „Schüler für Tiere“ der IGS Kandel. „Wir haben uns zuvor intensiv mit den Igeln beschäftigt und die Kinder haben mit viel Engagement beim Aufstellen der Infotafeln geholfen“, sagt Sabine Luppert von „Schüler für Tiere“.

Auch Nachhaltigkeit spielte dabei eine Rolle. Der Bauhof hat die Stangen, an denen die Infotafeln befestigt sind, nicht neu gekauft, sondern sie wurden von Straßenschildern recycelt. Der Ort für den Igellehrpfad wurde so gewählt, dass sich möglichst viele Leser und Leserinnen mithilfe des „sichtbaren Zeichens für den Artenschutz“ informieren können, so Stadtbürgermeister Michael Gaudier (CDU). Schulen und Kindergartengruppen können zudem einen kleinen Ausflug entlang der Strecke unternehmen.

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