Kreis Germersheim Hochwasserschutz braucht Zeit
Umfassend und flächendeckend will die Verbandsgemeinde Kandel (VG) nun auf die Starkregenereignisse beziehungsweise die daraus resultierenden Schäden der vergangenen Jahre reagieren. Anfang Februar hatte sich die Bürgermeisterversammlung darauf geeinigt, ein Konzept von der Verbandsgemeinde erarbeiten zu lassen. Wie ein solches Starkregenschutzkonzept aussehen werden kann, wurde am Donnerstag in einer Sitzung des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt und Agenda 21 der VG vorgestellt.
Für eine fundierte Gefährdungsanalyse ist die Einbindung ortskundiger Bürger und der Landwirte vorgesehen, auch soll das Knowhow von Feuerwehren, Katastrophenschutz oder beispielsweise der Wasserwerke genutzt werden. Dabei geht es nicht nur um zukünftige Entwässerungskonzepte für Neubaugebiete, sondern auch um den Bestandsschutz. Weitere Themen, die in das Konzept einfließen könnten, wären Verbesserungen bei der Gewässerunterhaltung und -renaturierung. Engstellen und Gefahrenpunkte in den Ortslagen müssten aufgespürt, kartiert und damit sichtbar gemacht werden, hieß es im Ausschuss. Da selbst eine großzügig ausgelegte Kanalisation den bei Starkregen plötzlich auftretenden Wassermassen nicht zwingend gewachsen ist, könnten Ableitungssysteme in den unbebauten Außenlagen sowie die Schaffung von Wasserrückhalteflächen hilfreich sein. Und natürlich sollte ein solches Konzept auch Schutzmaßnahmen für öffentliche und private Gebäuden aufzeigen. Um alle relevanten Fragen und Probleme der gesamten Gemarkung zusammen zu führen, schlägt die VG vor, in den Ortsgemeinden so genannte Lenkungsgruppen zu bilden. Diese sollen zum einen die ortsspezifischen Probleme, Fragen und Vorschläge sammeln und an die VG, beziehungsweise ein beauftragtes Planungsbüro, weiterleiten. Zum anderen sollen sie den Informationsfluss von der VG zurück in den Ort, zu den Bürgern und in den Gemeinderat gewährleisten. Die Zuständigkeiten bei der Umsetzung würden sich für die VG auf die Bereiche Entwässerung der bebauten Ortsbereiche, Schmutzwasserbeseitigung, Oberflächenwasserbeseitigung und für die Ortsgemeinden auf die Außengebietsentwässerung sowie bauliche Maßnahmen im Außenbereich verteilen. Für die Kosten zur Erstellung eines Schutzkonzeptes kann die VG mit einem Zuschuss von 90 Prozent rechnen. Sich daraus ergebende, notwendige Baumaßnahmen können mit bis zu 60 Prozent bezuschusst werden. Bis ein Schutzkonzept erarbeitet und zur Abstimmung vorgelegt werden kann wird seitens der Verwaltung - und sehr zum Unmut der anwesenden Bürger - mit einer Dauer von voraussichtlich 15 Monate gerechnet. Nach Diskussionen um Übergangslösungen für besonders betroffene Straßen und Gebiete sowie das weitere Vorgehen in den geplanten Neubaugebieten wurde die Verwaltung einstimmig beauftragt Angebote einzuholen sowie die notwendigen Förderanträge auf den Weg zu bringen. |mele