Wochen-Spitze Hochwasser: Ein Jahrhundert-Ereignis

Wellenbrecher.
Wellenbrecher.

Altwörth ist mit einem blauen Auge davongekommen. Der Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

Viele haben es gar nicht mitbekommen: Das Hochwasser, das in Wörth einige Hundert Helfer in Atem gehalten hat, war ein Jahrhundertereignis. „So etwas hat es seit mindestens 50, 60 Jahren nicht gegeben“, sagt Wolfgang Reichelt. Um weiter zurückzublicken, müsste er ins Archiv. Als Betriebsleiter ist er für die Entwässerung im Kreis Germersheim zuständig, für Schöpfwerke, Dämme, Gräben und Rückhaltebecken – alles hinter dem Rheindeich. Seine Einschätzung: „Das kann schon als 100-jähriges Ereignis gewertet werden.“ Bei einem gleichzeitigen Rheinhochwasser wäre ein Landstreifen am Rhein von Neuburg bis Germersheim unter Wasser gestanden. Denn die Schöpfwerke waren die letzten Tage schon damit ausgelastet, das Regenwasser in den Rhein zu pumpen. „Wäre noch Druckwasser hinzu gekommen, stoßen die Schöpfwerke an ihre Belastungsgrenze.“

Aber auch ohne Hochwasser am Rhein: Altwörth ist nur knapp einer Überflutung entkommen. Der Grund: Gut ausgebildete Ehrenamtliche an der richtigen Stelle und davon ganz viel: aus dem Kreis, aus der Pfalz und aus halb Deutschland. Zwar musste niemand um sein Leben fürchten, denn die Planungen für eine Evakuierung liefen schon. Aber was es bedeutet, einen großen Teil seiner Habe zu verlieren und in einem nassen Haus zu stehen, kann sich jeder selbst ausmalen.

Aber in Wörth ist alles gut gegangen und es darf sich jetzt jeder auch mal darüber freuen, dass wir Feuerwehr, THW und Rettungsdienste haben. So etwas gibt es kaum irgendwo auf der Welt. Das Zauberwort für das Ganze heißt „Ehrenamt“, denn bezahlen kann das keiner. Der kleinere Teil sind Steuergelder, gut angelegt.

Zu dieser „Blaulichtfamilie“ kann und muss nicht jeder gehören. Nicht jeder ist dazu aus dem passenden Holz geschnitzt, außerdem will auch keiner ohne Sport und Kultur leben. Aber was jeder kann, ist soweit möglich sich selbst helfen. Nicht ohne Grund freut sich die Wörther Feuerwehr, dass viele Menschen in Wörth und Maximiliansau selbst Pumpen haben, um ihre Keller wieder leer zu kriegen. „Das ist für uns eine Riesenerleichterung“, freut sich die Feuerwehrspitze. Nach dem Motto: Hilf’ dir selbst, dann hilfst du anderen.

Ein trockenes Wochenende!

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