Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Hilfsbereitschaft für Wörther Tafel ist groß

Die Wagen werden von den Helfern im Laden beladen und außerhalb übergeben.
Die Wagen werden von den Helfern im Laden beladen und außerhalb übergeben.

Die Wörther Tafel trotzt der Corona-Krise und hat weiter geöffnet. Für die Bedürftigen ein Glücksfall. Das Café, der Kleider- und Geschirrbasar sowie die Fahrradausgabe haben geschlossen. Können alle Kunden mit Lebensmitteln bedient werden?

„Die Wörther Tafel hat geöffnet!“, stellt deren Vereinsvorsitzende Uschi Bisanz unmissverständlich klar. Dank treuer Unterstützer gibt es zu den gewohnten Öffnungszeiten Lebensmittel trotz der Corona-Krise.

„Ich sage viel, viel Dankeschön und Gesundheit an die Helfer. Denn diese Menschen arbeiten für uns“, ist Familie Fidanyan sehr dankbar für die Leistung der Wörther Tafel. Gerade eben hat ein Ehepaar den Einkauf verstaut, während daheim die vier Kinder warten. Dass die Tafel in Wörth entgegen anderen Standorten in Deutschland das Angebot halten kann, verdanke man einigen Faktoren.

„Tafel“ nicht in Schieflage

So „funktioniert der Warenaustausch des Tafelverbundes Vorderpfalz-Süd noch sehr gut. Wenn der eine Standort von etwas zu viel hat, dann wird ausgetauscht“, freut sich Bisanz. Zudem seien mit Marktkauf im Maximiliancenter und dem Edeka-Markt Burger in Kandel zwei Supermärkte dabeigeblieben, die die „Tafel“ trotz der angespannten Situation im Handel weiter unterstützen. „Es hieß ja immer, dass die Tafeln durch die Hamsterkäufe in Schieflage geraten seien. Hierbei geht es aber nur um die haltbaren Produkte, die wir beim Einsammeln unter Woche ohnehin nicht bekommen“, erläutert Bisanz. Dabei bekäme man diese nur über die Tütenaktionen der Supermärkte. Nach einigen Absagen sei es gut, dass zumindest die beiden Märkte dabei geblieben sind. Sie können dies, weil sie die von den Kunden bereits bezahlte Spendenware zu einem Zeitpunkt nachbestellen, wenn es gerade machbar ist. Bisanz: „So kann der Markt planen und uns geht nichts verloren. Dafür sind wir sehr dankbar!“

Ebenfalls zuverlässig helfen das Fleischwerk von Edeka Südwest und die Rülzheimer Firma Transac, sodass „wir immer noch in der Lage sind, Leute ausreichend mit Fleisch, Obst und Gemüse versorgen zu können.“ Unterstützung kommt aber auch von den Menschen in der Region, die regelmäßig ihre Arbeitskraft anbieten. So seien der „Tafel“ kürzlich „die Fahrer des Heimservices weggebrochen und prompt hatten wir vier Mitarbeiter vom Mercedes-Benz, die gerade frei haben und uns helfen, den Service aufrecht zu erhalten.“ Dennoch müsse man zur Zeit mit einer kleineren Besetzung arbeiten, da gerade die älteren Helfer aus verständlichen Gründen aufpassen müssten.

Kunden müssen draußen warten

Für Helfer und Kunden werden alle Vorsichtsmaßnahmen eingehalten. Zudem dürfen die Kunden das Haus nicht mehr betreten, werden die Einkaufswagen im Laden bepackt und dann den Menschen übergeben. Nach der Rückgabe der Wägen werden diese desinfiziert und es geht von vorne los. Auch geändert hat sich etwas für die Menschen aus Kandel und Jockgrim. Die Gemeinden stellen hierbei einen Bus, der mit den Kisten bepackt wird. Helfer verteilen sie dann vor Ort. Die Lebensmittel reichen. Nur bei den Molkereiprodukten müsse gegenwärtig Abstriche gemacht werden.

Im Wörther Tafelladen wird derweil alles vorbereitet, denn bald wird geöffnet. Unter den Helfern ist Petra Marz aus Hagenbach. Singend schneidet sie gerade Brot. Ihr Hauptgrund, hier zu helfen, „ist dieser Wohlstand, der sonst einfach weggeworfen würde. Das ist so schade und furchtbar“. Auch Dorothea Fuhr, die Tochter der stellvertretenden Vorsitzenden. Erst kürzlich hat sie in ihrer Facebook-Gruppe gepostet, dass die Tafel Helfer brauche: „Und binnen zehn Minuten hatten sich fünf Leute gemeldet!“ Alles hat auch etwas Positives, sagt denn auch Bisanz: Ich sehe, dass die Menschen zusammenrücken und die Hilfsbereitschaft wieder größer geworden ist. Es wäre schön, wenn es nicht nur ein kurzer Lernprozess wäre.“

Bei allem Engagement bittet sie allerdings auch um Verständnis, dass „wir zurzeit keine Haushaltsgegenstände oder Möbel entgegennehmen können und bitten darum, uns diese auch nicht für die Tür zu stellen.“

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