Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Hausarzt Dambach und Asklepios starten gemeinsame Praxis

Durch das MVZ sollen Klinik und hausärzliche Praxis enger verzahnt werden.
Durch das MVZ sollen Klinik und hausärzliche Praxis enger verzahnt werden.

Die Praxis Dambach und die Asklepioskliniken gründen 2026 ein Medizinisches Versorgungszentrum. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erläutert der Mediziner die Hintergründe.

Zum 1. April 2026 gibt es Veränderungen in der Praxis des hausärztlichen Internisten Thomas Dambach in Kandel, wenn auch zunächst vor allem im Hintergrund: Die Asklepios Südpfalzkliniken und die Praxis gründen gemeinsam ein neues Medizinisches Versorgungszentrum am Standort Kandel. Langfristig ist geplant, dass dieses MVZ dann in das Ärztehaus umziehen soll, das neben der Klinik geplant ist. Allerdings befindet sich die Praxis schon jetzt unmittelbar neben dem Krankenhaus – die Wege sind also kurz. Dambach ist ab April der ärztliche Leiter des MVZ, Asklepios übernimmt die Trägerschaft.

Aktuell hat Dambachs Praxis vier Kassensitze, verteilt auf fünf Ärzte, dazu kommen acht Medizinische Fachangestellte. Gemeinsam versorgen sie „2800 Patienten plus“, so der Mediziner. Er geht davon aus, dass einige Kollegen seinen Schritt kritisieren werden: „Das ist das alte Gedankengut der strikten Trennung“ zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern, aber auch zwischen Hausärzten und Fachärzten. Dabei gibt er zu bedenken: „Es gibt doch nur einen Topf, aus dem das finanziert wird.“

Kein Zeitlimit bei Patientengesprächen

Zunächst ist Dambach eines wichtig: Auch wenn es im Bereich der MVZ mit Sicherheit schwarze Schafe gebe, bei denen die Behandlungen nach einem festen Zeittakt erfolgen, so wird dies bei ihm ganz sicher nicht so sein. „Der Patient steht nach wie vor im Vordergrund“, wenn er mit Problemen komme, „dann muss das umfassend analysiert werden“.

Momentan stoße man als Arzt auf viele Hürden: Da wären zum Beispiel die im internationalen Vergleich lange Studiendauer in Deutschland, die Datenschutzproblematik bei der elektronischen Patientenakte oder die überbordende Bürokratie, für die die Mediziner nicht wirklich ausgebildet seien. Daher ist Dambach voller Lob für die Südpfalzdocs, einen Zusammenschluss von engagierten Ärzten, der nun auch offiziell mit den Aufgaben zur Sicherung der medizinischen Versorgung in der Region betraut wurde. Durch deren Arbeit seien für Ärztinnen zum Beispiel Halbtagsstellen möglich geworden, unter anderem in der Dambachschen Praxis. Das Engagement der Südpfalzdocs könne „nicht hoch genug“ angerechnet werden, betont er. Nun könnte das Netzwerk durchstarten, „das ist ein Weg, den ich auch unterstütze“.

Engere Vernetzung mit Klinik

Doch für ihn selbst komme diese Entwicklung etwas zu spät: Der Mediziner hat selbst gesundheitliche Probleme und möchte, „dass das Schiff der großen Praxis“ glatt weiterschwimme. Das sei sein Hauptbeweggrund für das MVZ gewesen. „Ich brauche rasch die Sicherheit, dass es weiterläuft, ich brauche ein funktionierendes System.“

Bei einer engeren Vernetzung wolle er daher Vorreiter sein, da davon langfristig alle Seiten profitierten. „Das Gesundheitswesen wird nur noch dann gut funktionieren, wenn es effizienter wird“, sagt auch Frank Lambert, Geschäftsführer der Südpfalzkliniken. „Das geht nur in einer besseren Gestaltung der Sektorenübergänge. Da will ich Vorreiter sein und das mit Herrn Dambach entwickeln.“

Die elektronische Patientenakte sei wichtig. Doch schon jetzt reicht die Praxis eine Diagnoseliste, den Medikamentenplan und Vorbefunde weiter, damit dann der Klinikarzt damit arbeiten kann. Meistens sicherheitshalber auf Papier, denn die Technik spielt nicht immer mit. Auf diesem Weg sollen Doppeluntersuchungen vermieden werden und Behandlungen zügiger starten können.

Ärzte schnuppern in Praxis und Klinik

Es gibt weitere konkrete Beispiele, was durch das MVZ möglich sein wird: Man sei in der Lage, den Nachwuchs selbst heranzuziehen, erläutert Lambert und verweist auf die Stipendien der Klinik. So könne man prüfen, ob es Ärzte gibt, die später in den Bereich Allgemeinmedizin gehen möchten. Wobei das auch bei Fachärzten der Fall sein kann: Aktuell habe ein Kardiologe, der zeitweise auch im entsprechenden MVZ tätig war, darum gebeten, komplett von der Klinik in die Praxis wechseln zu dürfen, schildert Lambert.

In der Praxis von Dambach arbeitet eine serbische Ärztin, die aber erst noch die deutsche Approbation nachholen muss. Um eine jüngst frei gewordene Stelle zu überbrücken, hat ihm Klinikchef Lambert eine Internistin vermittelt, die aus dem Mutterschutz zurückkommt. Sie wird einen Tag in der Woche in der Klinik sein, die restliche Zeit in der Praxis.

„Wenn ein Arzt hier ausgebildet wird, dann soll er danach nicht irgendwo in Deutschland arbeiten, sondern hier“, betont Dambach. Wenn ein entsprechender Austausch irgendwann nicht nur zwischen Klinik und MVZ funktioniere, sondern auch mit anderen Praxen, „dann haben wir das Ziel erreicht“, sagt er. Und betont erneut: „Das geht natürlich nicht ohne die Südpfalzdocs.“

Thomas Dambach.
Thomas Dambach.
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