Kandel
„Haus des Handwerks“ für kleinere Betriebe geplant
Vor über 25 Jahren begann Stefan Mathäß seinen Betrieb mit Küchenmontagen. Herd, Schränke, Arbeitsplatten und Co. maßgerecht einzubauen. Damit fing alles an und zwar in einer Garage. Die Hürden, die ein kleiner Betrieb dabei so zu nehmen hat, sind dem heute 58-Jährigen noch sehr in Erinnerung. „Wer klein anfängt, braucht meist auch kleine Gewerbeeinheiten“, weiß Mathäß. Die allerdings seien oft schwer zu finden, selbst dann, wenn Kommunen neue Gewerbeflächen ausschreiben. Die größeren Einheiten haben hier in aller Regel die Nase vorn.
Und noch etwas anderes von früher ist Stefan Mathäß in Erinnerung: Dass man Handwerk am besten zusammen meistert und möglichst alles aus einer Hand anbietet. Waren etwa die Fliesen noch nicht verlegt oder hatte sich der Tapezierer verspätet, so konnte Mathäß auch noch nicht mit der Küchenmontage beginnen. Termine verschoben sich. Mal hing er in der Luft, mal geriet er in Stress. Deshalb sattelte Mathäß seinen Betrieb vor etwa 15 Jahren um und wurde „Der Innenausbauer“ aus Kandel. Im Team heute mit insgesamt vier Leuten liegt der Schwerpunkt auf Renovierungen und Reparaturen. Ganze Böden und Wände werden neu gemacht, Möbel nach Maß eingebaut, es wird energetisch gedämmt, Überdachungen werden angebracht und Küchen baut Mathäß auch noch ein.
Mietlager für Hausrat
Als „Der Innenausbauer“ hat Mathäß nun große und durchaus pfiffige Pläne. Im neuen Gewerbegebiet „Östlich der Lauterburger Straße“ möchte er eine Halle mit einer Grundfläche von 800 Quadratmetern bauen. An dem vorderen 200 Quadratmeter großen Gebäudeteil kommt quer ein zweistöckiger Riegelbau, in den Ausstellung und Präsentation, Büro, Werkstatt und Lager einziehen soll. Die hinteren 600 Quadratmeter werden hälftig aufgeteilt. Zum einen in mehrere Gewerbeeinheiten, die von kleinen Betrieben angemietet werden können. Zum anderen in Räume für Selfstorage. In diesem Mietlager können Möbel und Hausrat sicher und trocken untergebracht werden. „Dafür gibt es immer mal wieder Bedarf, etwa wenn das Erbe von Verstorbenen für unbestimmte Zeiten zwischengelagert werden muss“, sagt Mathäß. Oder für Haushalte, die weder über Keller noch Dachboden verfügen, könnte das Angebot interessant sein, um Koffer, Ski- oder andere Freizeitausrüstungen unterzubringen. Geplant sind elektronisch verschließbare Container, zu denen die Kunden rund um die Uhr Zugang haben sollen.
Früher, als er in der Garage seine ersten beruflichen Schritte ging, sehnte sich Mathäß nach mehr Platz, etwa um seinen Bus, sein Werkzeug und gerade nicht benötigtes Material unterzustellen. Die dunklen Lagerhallen im Umkreis, wo es weder Toilette, Telefon oder geschweige denn Kaffeemaschine gab, sind ihm in schlechter Erinnerung. Am Standort im neuen Gewerbegebiet möchte er deshalb attraktivere Varianten anbieten. Kleinere Gewerbetreibende, die alleine oder vielleicht noch einen Mitarbeiter beschäftigen, können sich hier einmieten, etwa Heizungsbauer, Maler, Fliesenleger oder andere. Die Mieter der neuen Halle könnten zudem bei Bedarf Besprechungsräume für Kundengespräche oder ähnliches nutzen.
Mathäß will das Ganze dann „Haus des Handwerks“ nennen. Schließlich werden dort dann die verschiedenen Gewerbe zusammentreffen und vielleicht ergeben sich dadurch auch neue Kooperationen. Derzeit ist der Bauantrag in Vorbereitung. Mathäß Wunsch wäre, spätestens zum Jahresende einziehen zu können.