Kreis Germersheim Halle wieder offen, Bühne noch gesperrt

Die Kulturhalle in der Bienwaldhalle darf – abgesehen von der Bühne – wieder genutzt werden. Diese Nachricht verkündete am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr die Kreisverwaltung Germersheim. Die Kandeler Halle war wegen Sicherheitsmängeln seit Donnerstagabend gesperrt gewesen (wir berichteten).
Für knapp 5 Tage war die Kulturhalle also rund um die Uhr gesperrt. Im Vorfeld zu einer gesetzlich vorgeschriebenen Begehung der Halle hatte es Gutachten gegeben, in den von wesentlichen Mängeln die Rede war. Als diese Gutachten am Donnerstag bei der Kreisverwaltung landeten, hat diese sofort gehandelt und die Halle sperren lassen. Kritische Punkte waren unter anderem die Notbeleuchtung an der Bühne, die nicht selbst leuchtete, und die Beleuchtung am Hinterausgang, einer Stahltreppe. Dort ist die Notlampe an einen regulären Stromkreislauf angeschlossen, bei einem Stromausfall würde sie also nicht mehr funktionieren. Offensichtlich war die Kommunikation zwischen Kandel und Germersheim nicht ganz rund gelaufen. Ein Baustein: Die Kandeler Verwaltung hatte zwar schon einen Elektrobetrieb mit der Beseitigung der Mängel beauftragt, dies aber nicht dem Gutachter mitgeteilt und offensichtlich auch nicht bei einem Gespräch mit der Kreisverwaltung vermittelt. Der Gutachter wiederum kam am Freitag vorbei und prüfte in der Kandeler Halle nach. Ergebnis: Die wesentlichen Mängel wurden beseitigt, die Sicherheitsbeleuchtung ist abgesehen von der Bühne „wirksam und betriebssicher“. Beides wurde der Kreisverwaltung schriftlich per Mail mitgeteilt - am Montagabend. Am Dienstag bei regulären Besichtigungstermin waren die Untere Bauaufsichtsbehörde und die Brandschutzdienststelle der Kreisverwaltung zusammen mit der Kandeler Verwaltung vor Ort. Die Kreisverwaltung spricht in einer Pressemitteilung von einem „konstruktiven und sachverständigen Miteinander“. Man habe zwar noch weitere Punkte entdeckt, die jetzt geklärt werden müssen. „Das mit dem Ergebnis eine erneute Schließung der Halle verbunden ist, ist nach jetzigem Kenntnisstand nicht zu erwarten.“ Im Hintergrund liefern sich die Stadt Kandel, namentlich Bürgermeister Günther Tielebörger, und die Kreisverwaltung weiter schriftlich einen emotionalen Schlagabtausch darüber, ob die Sperrung am Donnerstag aufgrund der Mängel angemessen war oder nicht. So verweist Tielebörger in einem Schreiben von Montag unter anderem darauf, dass viele Veranstaltungen bei Tageslicht stattfinden würden. Die Ermessenserwägung der Bauaufsichtsbehörde sei „eindeutig fehlerhaft“. Der Vorwurf, dass die Betreiberin der Halle (die Stadt Kandel) leichtfertig mit dem Leben der Besucher umgehe, sei „eine böswillige Behauptung“ und entbehre jeder Grundlage. Vielmehr habe die Behörde selbst lange nicht geprüft, lautet Tielebörgers Vorwurf. Wäre die Halle ein Auto gewesen, das beim TÜV geprüft wird, hätte es nicht weiter fahren dürfen, heißt es hingegen in der Antwort der Kreisverwaltung an die Adresse von Tielebörger. Akribisch werden Telefonate und Mails aufgelistet mit dem Fazit: Am Donnerstag habe Kandel weder eine direkte Mängelbeseitigung noch eine Absage der Veranstaltungen in der Halle in Aussicht gestellt, also habe der Kreis handeln müssen. Für die Kandeler Bürger ist indes nur eines wichtig: Die Halle ist wieder offen, die Bühne soll auch bald wieder bespielbar sein. Und dem Seniorennachmittag der Verbandsgemeinde am Freitag nächster Woche steht nichts mehr im Wege.