Kreis Germersheim Hagenbach: „ausgezeichnetes“ Ergebnis für Trinkwasser
Die Trinkwasserqualität in der Verbandsgemeine (VG) Hagenbach ist laut einer jetzt vorgestellten Untersuchung „ausgezeichnet“. Probleme mit giftigen Nitraten – wie andernorts im Bundesgebiet – gebe es nicht. Im Gegenteil. In Berg liege der Wert sogar unter der Nachweisgrenze. Und die Bodenverhältnisse des Bienwalds sorgten dafür, dass Nitrat sogar abgebaut werde.
„Europäischer Gerichtshof verurteilt Deutschland wegen Nitratbelastung“ – Schlagzeilen wie diese von „Spiegel online“ sorgten Ende Juni für Aufsehen. Deutschland habe gegen EU-Auflagen zum Schutz von Gewässern verstoßen, hieß es, weil die Regierung zu wenig gegen Nitrate im Grundwasser unternommen habe. Nitrate sind Salze und chemische Verbindungen der Salpetersäure. In der Landwirtschaft kommen sie als Dünger zum Einsatz.
Nitratwerte niedrig
Aufatmen kann man nun in der VG Hagenbach, denn zu einem äußerst positiven Ergebnis hinsichtlich der dortigen Wasserqualität kommt Bernd Hanauer, Hydrogeologe aus Gießen, der sich mit der Problematik in der Süd- und Vorderpfalz seit einiger Zeit beschäftigt. Die Nitratwerte seien im Gewinnungsgebiet Hagenbach auf niedrigem Niveau, sagt er – deutlich unter dem Richtwert der Europäischen Union von 25 Milligramm pro Liter. Und weit unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung, der bei 50 Milligramm pro Liter liegt. Die Qualität des Grundwassers in der VG Hagenbach sei „ausgezeichnet“, so das Resümee aus Hanauers Untersuchungen. „In den nächsten Jahrzehnten haben Sie bei der Nitratbelastung aufgrund der aktuellen Erkenntnisse keine Risiken zu befürchten“, sagte er jetzt den Mitgliedern des Werks- und Bauausschusses. Die VG Hagenbach ist Selbstversorger in Sachen Wasser. Während Hagenbach ein eigenes Wasserwerk besitzt, versorgt das Wasserwerk Berg die zwei anderen VG-Orte Neuburg und Scheibenhardt. Betreiber der Anlagen sind jeweils die VG-Werke, ein kommunaler Eigenbetrieb. Über eine 2011 zwischen Neuburg und Hagenbach eröffnete Notleitung sind die beiden Wasserversorgungsgebiete miteinander verbunden. Fast unter der Nachweisgrenze liege der Nitratwert des Gewinnungsgebiets in Berg. „Aus dem Bienwald fließt nitratarmes Wasser nach, bei dem die Bodenverhältnisse sogar noch für einen Nitratabbau sorgen“, so Hanauer.
"Beruhigt in die Zukunft schauen"
Der für Wasser- und Abwasserversorgung zuständige VG-Beigeordnete Armin Buchlaub (CDU) hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben – „alarmiert von den Ergebnissen anderer Versorger“, wie er sagt. Man könne nun „beruhigt in die Zukunft schauen“, sagt Buchlaub, „ohne uns dem Vorwurf auszusetzen, nicht rechtzeitig nachgeschaut oder bei Bedarf reagiert zu haben.“ Das Verbundsystem zwischen den Wasserversorgungsgebieten Hagenbach und Berg habe sich bewährt, betont Verbandsbürgermeister Reinhard Scherrer (SPD). „Es soll aber nicht dazu dienen, mit seiner Hilfe ein Wasserwerk aufzugeben.“ Auch in Zukunft wolle man sich nicht nur auf ein Wassergewinnungsgebiet verlassen. Wobei „fast ausnahmslos Wasser von Berg nach Hagenbach und nicht umgekehrt“ fließe, so Scherrer.