Kreis Germersheim
Hackerangriff auf Schulen: Mehr Geld für IT-Sicherheit
Der Hackerangriff auf weiterführende Schulen im Kreis Germersheim im Januar beschäftigt das Landeskriminalamt und die Verwaltung weiterhin. „Es laufen nach wie vor Ermittlungen“, sagte der Kreisbeigeordnete Christoph Buttweiler vor den Mitgliedern des Schulträgerausschusses. Die Hacker hatten einen Verschlüsselungstrojaner auf den Server des IT-Dienstleisters gespielt, der 45 Schulen in der Süd- und Vorderpfalz betreut. Es soll sich dabei um eine russische Bande gehandelt haben, die drohte, Daten im Darknet zu veröffentlichen.
Wann genau die schädliche Software platziert wurde, sei nicht bekannt, so Marco Schmitt von der Kreisverwaltung. „Hacker haben keine festen Arbeitszeiten.“ Viele Cyber-Attacken passieren demnach am Wochenende oder nachts. Die Behörde will nun durch 24-Stunden-Überwachung in mehr Sicherheit investieren: Dabei sollen IT-Leute rund um die Uhr die Computersysteme und Netzwerke überwachen, um innerhalb von Minuten Angriffe erkennen und Folgen eindämmen zu können. Solche MDR-Dienste kombinieren KI-Technologien mit menschlicher Expertise, um Bedrohungen in Echtzeit zu identifizieren und zu stoppen. Für die Kreisverwaltung gebe es bereits einen solchen Dienst. Jetzt soll dies auch auf die weiterführende Schulen ausgerollt werden. Aufs Jahr gerechnet fallen für die Überwachung der Schulverwaltungsserver rund 50.000 Euro an, sagt Buttweiler auf Nachfrage.
Schulen arbeiten autark
Der angegriffene Server ist nicht mehr am Start. „Jede Schule läuft jetzt autark“, hieß es in der Sitzung. Das bedeutet, dass jede Schule einen eigenen Server hat. Die Verbindung zur Kreisverwaltung sei nach wie vor gekappt, was die Arbeit im Sekretariat erschwere. Allerdings könnten alle Schulen mit ihrer EDV arbeiten.
Alles wieder zum Laufen zu bringen, sei ein Riesenaufwand und dauere an. „Die forensischen Untersuchungen laufen“, so der Kreisbeigeordnete. Nach bisherigem Kenntnisstand sind laut Verwaltung allerdings keine gehackten Daten abgeflossen oder veröffentlicht worden. Neben Schulen im Kreis Germersheim waren unter anderem Einrichtungen in Speyer, Neustadt und der Südlichen Weinstraße betroffen.