Kreis Germersheim Gute Begleiterin auf dem letzten Weg

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Seit 1998 ist Hildegard Gehrlein aus Maximiliansau als Hospizbegleiterin tätig. Für ihr ehrenamtliches karitatives Engagement wurde sie von Bischof Karl-Heinz Wiesemann am 5. Oktober in Speyer mit der Pirminius-Plakette ausgezeichnet. Dabei handelt es sich um die höchste Auszeichnung der Diözese für ehrenamtliches Engagement.

„Jede Sterbebegleitung ist einmalig. Es gibt keine allgemeingültige Regel beim Vorgehen“, erzählt Hildegard Gehrlein über ihre schwere Aufgabe. Derzeit ist sie im Pfarrer-Johann-Schiller-Haus in Wörth als Hospizbegleiterin aktiv. Nach ihrer Ausbildung zur – wie es damals noch hieß – Hospizhelferin war sie bis 2001 im häuslichen Bereich eingesetzt, machte also Hausbesuche. Von 2001 bis 2005 war sie dann in Kandel im Willi-Hussong-Haus, einem Pflegeheim, eingesetzt. Seit 2005 begleitet sie nun im Altenheim Pfarrer-Johann-Schiller-Haus in Wörth schwer kranke und sterbende Bewohner. Und das dann, wenn sie gebraucht wird – „Tag und Nacht“, sagt Gehrlein. Sie hört zu, tröstet, spendet Mut oder hält einfach mal die Hand. Nach Wunsch ist sie auch bei den Krankensalbungen dabei, die Pfarrer Fredi Bernatz durchführt. Auch mit dem evangelischen Seelsorger Schönenberg des Hauses arbeitet sie zusammen. Hildegard Gehrlein ist Jahrgang 1939 und stammt aus Hagenbach. Schon sehr lange wohnt sie in Maximiliansau. Vor 16 Jahren suchte sie nach einer Aufgabe – und diese sollte eine Hilfe für die Allgemeinheit sein. Sie hatte damals schon Kontakte zur Sozialstation und bekam mit, dass eine Hospizgruppe gegründet werden sollte. Gehrlein überlegte und nahm die Herausforderung an. Als eine der ersten Helferinnen im Kreis Germersheim machte sie die nötige Ausbildung, die dabei hilft mit dem sensiblen und schwierigen Thema umzugehen. Das Ziel der Ausbildung: die eigenen Einstellungen und Erfahrungen zu Krankheit, Sterben und Tod zu reflektieren und die eigenen Fähigkeiten und Grenzen kennen und akzeptieren zu lernen. Auch die Wünsche und Bedürfnisse der sterbenden Menschen und ihrer Angehörigen zu verstehen, gehört zu den Themen der Ausbildung. Rechtliche Aspekte sind ebenfalls wichtig. Meist bekommt Gehrlein vom Pflegeheim gesagt, wann ihre Hilfe benötigt wird. Mittwochs ist ihr Besuchstag, an dem sie auch mit den Angehörigen spricht. Um das Erfahrene zu verkraften, müssen sich die Hospizbegleiter aussprechen und ihre Belastung ablegen können. Darum gibt es Treffen in den Hospizgruppen des Kreises. „Die Gruppe ist ganz wichtig“, weiß Gehrlein. Ihre Gruppe trifft sich in St. Theodard in Wörth. Mit 70 wollte sie eigentlich aufhören. Aber sie machte weiter. „Solange ich es kann, werde ich weiter helfen.“ Nachwuchs in diesem Bereich ist jedoch nötig, weiß Gehrlein. Und was sollten Hospizbegleiter mit bringen? „Empathie, Mitgefühl. Man muss auf Menschen zugehen können. Und immer den Menschen sehen, nicht die Krankheit.“

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