Kreis Germersheim Gutachten soll Zukunft der Turnhalle klären

Ein wesentlicher Satz wurde am Dienstag in der Gemeinderatssitzung geändert: Im Beschluss über die Vergabe eines baufachlichen Gutachtens zur Turnhalle geht es erst einmal nicht um „Übernahme der Turnhalle in das Eigentum der Ortsgemeinde“, sondern um „eine Entscheidung über eine mögliche Übernahme“.
Drei Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme. Dabei war sich der Rat über die von Verbandsbürgermeister Volker Poß (SPD) vorgebrachte formale Korrektur einig. Es gab aber zwei andere Streitpunkte: erstens, die Kosten fürs baufachliche Gutachten. Zweitens legte Helmut Thürwächter (CDU) mit der Beteiligung der Vereine am Hallennutzungskonzept nach. Für ihn ist eine Vergrößerung um etwa ein Tennisfeld vorstellbar. Für das baufachliche Gutachten sind derzeit Kosten in Höhe von 20.000 Euro veranschlagt. „Es wäre der klassische Fall für Kostenteilung, wenn sich Gemeinde und Verbandsgemeinde (VG) Kandel je zur Hälfte an den Kosten für das baufachliche Gutachten beteiligten“, meinte CDU-Gemeinderat Kersten Beyer. „Wir als Verbandsgemeinde wollen die Halle nicht umbauen“, hielt Poß dagegen und schob nach: „Wir könnten auch über ganz andere Dinge nachdenken.“ Schon regte sich Protest: Ob das eine Drohung sein sollte ...? Beyer versachlichte die Diskussion und meinte, dieser Satz sei nicht angebracht gewesen, denn „für uns als Gemeinde ist diese Halle mehr als Schulsport.“ Der Gemeinderat habe die Übernahme der Turnhalle unter entsprechenden Voraussetzungen schon im Vorfeld beschlossen, warf Peter Neubauer (SPD) ein. Über den Vorschlag, die Kosten zu teilen „sind wir zu Gesprächen bereit“, sagte Verbandsbürgermeister Poß schließlich zu. Zudem müssten bei einer möglichen Vertragsvergabe an das beauftragte Architekturbüro Haack-Lauerbach die Kosten für das baufachliche Gutachten angerechnet werden. „Die Ortsgemeinde erhält keine Genehmigung von der Kommunalverwaltung für zwei Turnhallen“, wies Beigeordneter Martin Thürwächter auf ein Konzept für die Halle hin. Daran sollten alle Vereine beteiligt werden. „Wir sollten so viel wie möglich unterbringen“, dachte Gemeinderat Helmut Thürwächter (CDU) an die Vergrößerung der Halle, für etwa ein Tennisfeld. Bürgermeisterin Gerlinde Jetter-Wüst (SPD) wunderte sich: „Wir haben bereits formuliert, was wir wollen, eine Multifunktionshalle.“ Sie erinnerte an die lebhafte Diskussion im Bau- und Friedhofsausschuss Ende Januar, an der Anke Meißner vom Bauamt der VG teilnahm. Ihre Empfehlung war, erst einmal das baufachliche Gutachten in Auftrag zu geben. Brigitte Krienen (SPD) realistisch: „Erst muss man feststellen, was finanziell machbar ist, wenn wir dann noch Geld übrig haben, können wir erweitern.“ Peter Neubauer (SPD) erinnerte daran, dass bereits im vorliegenden Konzept die Erweiterung der Halle geprüft werden solle. „Ich dachte es ist klar, was die Anforderungen an die Halle sein sollen“, hielt Bürgermeister Poß dem Gemeinderat vor Augen, dass „wir ansonsten das baufachliche Gutachten nicht machen müssen“. Damit endete die Diskussion und der korrigierte Beschluss über das Gutachten wurde gefasst.