Wörth Großer Andrang am Eröffnungsabend des Reparaturcafés
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„Ich bin sehr zufrieden, dass mein Staubsauger wieder läuft und freue mich, dass so eine Reparaturcafé jetzt auch endlich in Wörth zustande gekommen ist“, sagte Bernhard Schweickert im Gespräch mit der RHEINPFALZ, als er freudestrahlend das Mehrgenerationenhaus (MGH) mit einem von Peter Bien aus Kandel reparierten Staubsauger verließ und einen Geldschein in die Spendenkasse warf. Von diesen Spenden sollen dann Reparaturmaterialien zur besseren Ausstattung des Reparaturcafés angeschafft werden. Schweickert war nicht der einzige „Kunde“, der in der Eröffnungswoche des Reparaturcafés, einem gemeinsamen Projekt der Neuen Energie Wörth (NEW) und des MGH, zufrieden nach Hause ging.
NEW-Geschäftsführer Christoph Gröger und Projektentwickler Michael Bach hatten die Idee, dass defekte oder ältere Haushaltsgeräte und kleinere Möbelstücke – alles, was keinen Verbrennungsmotor hat – von handwerklich Begabten repariert werden könnten – ehrenamtlich. „Wenn diese Ehrenamtlichen ihre Fähigkeiten einbringen möchten, um anderen zu helfen, würden sie damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und auch kleine Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes durchführen“, meinten Gröger und Bach.
20 ehrenamtliche Reparateure
Sie sprachen mit dem Leiter des MGH, Jens Mees vom Internationalen Bund Südwest, da sie in dem Haus einen geeigneten Ort für ihr Projekt sahen. Mees war davon ebenso angetan, dass Ehrenamtliche frei nach dem Konzept des Internationalen Bunds selbst aktiv werden. Er klärte alle Formalitäten und tritt als Veranstalter auf. Jeder Besucher gibt seine Personalien an, macht Angaben zum jeweiligen defekten Gerät und unterschreibt eine Haftungsbegrenzung. Der Reparaturhelfer macht am Schluss Angaben zur Reparatur.
„Die Resonanz ist super und beide Seiten sind glücklich“, berichtet Gröger bereits nach einer Stunde und verweist auf die beiden genutzten Räume im Eingangsbereich und im unteren Geschoss des MGH. Nachdem sich zunächst sieben ehrenamtliche Reparateure gemeldet hatten, waren es am Eröffnungsabend deren 20. Darunter Bürger aus der Stadt, aber auch aus der Umgebung. Von Beruf sind die Tüftler und Bastler meist Elektriker, Mechaniker und Metallbauer, aber auch einige IT-Fachleute sind darunter. Dabei war auch Elektroingenieur Joachim Reinhard vom Reparaturcafé in Germersheim, der mithalf. „Wir sind auch im Austausch mit anderen Reparaturcafés“, so Gröger.
Mehr als doppelt so viele „Kunden“ wie Reparateure nahmen gleich den Eröffnungstag wahr: über 40 waren es am Ende. Einige mussten sich gedulden, bis sie mit einem Gerät an der Reihe waren. So verbrachte Reinhard über eine Stunde mit der Reparatur eines uralten Radioweckers, „der nicht mehr so richtig funktionierte, der immer kratzt“, wie dessen Besitzerin Edeltraud Simon erzählt. „Der Elektriker im Geschäft würde mir raten, ihn wegzuwerfen. Jetzt hoffe ich hier, dass er doch noch repariert werden kann.“ Was dann auch geschah. Leider kein Erfolgserlebnis gab es für Charlotte Mittermaier-Frenkle am selben Tisch mit ihrem transportablen Kofferradio.
Jeden ersten Dienstag im Monat
Dafür war für Anja Ulrich „der Abend gerettet“, als ihr 40 Jahre altes Waffeleisen von der Oma wieder funktionsfähig war, nachdem es Elektriker Georg Hübner repariert hatte. „Jetzt gehe ich nach Hause und es gibt gleich Waffeln“, kündigte Ulrich an.
Die Veranstalter MGH und NEW planen nun ein Treffen mit den Reparateuren, um den Verlauf des ersten Reparaturcafés zu analysieren und die kommenden Abende zu besprechen. Vorgesehen ist, dass das Reparaturcafé jeden ersten Dienstag im Monat im MGH von 18 bis 20 Uhr stattfindet. Wenn der Bedarf auch in Zukunft so groß ist wie am ersten Abend, sollen möglicherweise auch weitere Tage angeboten werden.